Statement vom 05.10.2020

Ingrid Nestle und Dr. Julia Verlinden zur Wasserstoffkonferenz des Bundeswirtschaftsministeriums unter der deutschen Ratspräsidentschaft

Anlässlich der Wasserstoffkonferenz des Bundeswirtschaftsministeriums unter der deutschen Ratspräsidentschaft erklären Ingrid Nestle, Sprecherin für Energiewirtschaft, und Dr. Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik:

Ingrid Nestle, Sprecherin für Energiewirtschaft:

„Trotz einer deutschen und einer europäischen Wasserstoffstrategie gibt es bislang keine Antwort darauf, wie der Aufbau einer nachhaltigen europäischen Wasserstoffwirtschaft gelingen kann. Auch die vom Bundeswirtschaftsministerium initiierte Wasserstoffkonferenz hat dafür keine neuen Argumente geliefert. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat zwar erkannt, dass klimaneutraler Wasserstoff dort produziert werden muss, wo viele Erneuerbare Energien sind. Seine aktuellen Gesetzesreformen sprechen jedoch eine andere Sprache. Während grüner Wasserstoff von Energie-Kommissarin Kadri Simson bereits als Game Changer angepriesen wird, möchte Herr Altmaier diesen kostbaren Stoff im Wärme- und Verkehrssektor verschwenden. Wir Grüne fordern, dass der Einsatz vor allem in schwer elektrisierbaren Sektoren wie etwa im Flugverkehr und als Grundstoff in der Industrie Vorrang haben muss. Es ist richtig, dass die Europäische Kommission mittels Differenzverträgen für CO2 die Kostenlücke zwischen klimaneutralen und klimaschädlichen Wasserstoff schließen will. Die Klimakosten von fossilen Energieträgern dürfen nicht unter den Teppich gekehrt werden. Die wahren Game Changer bleiben die Erneuerbaren Energien.“

Dr. Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik:

„Wenn Bundeswirtschaftsminister Altmaier grünen Wasserstoff will, muss er gleichzeitig für den Ausbau der Erneuerbaren Energien sorgen. Ohne ausreichend Wind- und Solarstrom gibt es keine Basis für die Produktion von grünem Wasserstoff. Doch der aktuelle Entwurf für das EEG aus dem Hause Altmaier sendet entgegengesetzte Signale. Solange von dieser Bundesregierung keine Initiativen für mehr Wind- und Solarstrom kommen, bleiben alle Bekenntnisse zum Wasserstoff unglaubwürdig. Klimaschutz und Innovation bekommen wir nur mit grünem Wasserstoff. Alles andere ist Technologie von gestern.“

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