Statement vom 02.06.2020

Katja Dörner zu dem von der Bundesregierung geplanten Familienbonus

Zu dem von der Bundesregierung geplanten Familienbonus erklärt Katja Dörner, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik:

„Ein Familienbonus ist bestenfalls ein Trostpflaster für Familien, nachdem diese von der Bundesregierung während der Pandemie monatelang im Stich gelassen wurden. Den immensen Stress und die Überforderung kann ein einmaliger Familienbonus nicht ausgleichen. Es fehlt weiterhin an Planungssicherheit und verlässlicher Perspektive für Familien.

Wichtig wäre ein Corona-Elterngeld für Berufstätige, die weiterhin ihre Kinder zu Hause betreuen müssen. Sie brauchen Jobsicherheit und das Recht auf eine flexible Reduzierung ihrer Arbeitszeit. Die Bundesregierung muss endlich klarstellen: Homeoffice ist keine Kinderbetreuung. Schon gar nicht über Wochen und Monate. Ein Corona-Elterngeld würde Planungssicherheit geben für die Zeit, in der weiterhin die Kinderbetreuung nicht normal funktioniert. Das würde auch Druck aus den Familien nehmen, der Kindern ganz besonders schadet.

Besonders kritikwürdig ist, dass es die Bundesregierung an Unterstützung für arme Kinder und Familien komplett hat fehlen lassen. Dabei wäre ein Zuschlag von 60 Euro zum Regelsatz für Kinder dringend notwendig, um zusätzliche Kosten auszugleichen, die beispielsweise durch das Fehlen des kostenlosen Mittagessens in Schule und Kita entstehen. Der geplante Kinderbonus darf auf keinen Fall auf Leistungen nach dem SGB II angerechnet werden. Sonst fallen arme Familien schon wieder durchs Raster.“

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Katja Dörner
Stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik