Statement vom 05.08.2020

Katja Dörner zur Reform des Abstammungsrechts

Zur Ankündigung einer Reform des Abstammungsrechts durch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht erklärt Katja Dörner, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Familienpolitik:

Die Bundesregierung hat die notwendige Reform des Abstammungsrechts jahrelang verschleppt und das, obwohl bereits seit 2017 die Ergebnisse der vom BMJV eingesetzten Expertenarbeitsgruppe zum Abstammungsrecht vorlagen. Dass Zwei-Mütter-Familien weiterhin wie Familien zweiter Klasse behandelt werden, ist nicht vermittelbar. Werden Kinder in heterosexuelle Ehen hineingeboren, ist automatisch der Ehemann der zweite rechtliche Elternteil, unabhängig von der biologischen Vaterschaft. Dasselbe muss endlich auch für Co-Mütter gelten, die weiterhin die langwierige und aufreibende Stiefkindadoption durchlaufen müssen. Hätte die Bundesregierung der Reform des Abstammungsrechts höhere Priorität beigemessen, hätte sie sich die Klatsche im Bundesrat ersparen können, wo das Adoptionshilfegesetz aus dem Bundesfamilienministerium im Juli abgelehnt wurde. Der Gesetzentwurf sah eine erweiterte Beratungspflicht auch für lesbische Paare bei der Stiefkindadoption vor.

Katja Dörner
Stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik