Statement vom 02.12.2020

Katrin Göring-Eckardt und Kordula Schulz-Asche zur Pflegestudie der Diakonie Deutschland

Zur Pflegestudie der Diakonie Deutschland erklären Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende, und Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik:

Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende:

„Zurzeit beweist jeder einzelne Tag aufs Neue, welch riesige Bedeutung die Pflege in unserer Gesellschaft hat. Pflege ist so viel mehr als die Versorgung älterer oder kranker Menschen, sie wirkt tief in unser gesellschaftliches Miteinander hinein. Die Pflegestudie zeigt, wie in der Corona-Pandemie Pflegekräfte jeden Tag und jede Nacht Außerordentliches leisten. Das ist kompetente und empathische Arbeit, die nicht erst durch die Pandemie an ihren Kräften zehrt. Es ist gut, wenn diese Menschen Halt und Orientierung im Kollegium und in der Familie finden. Die Studie zeigt aber auch erneut, wie dringend reformbedürftig das System Pflege ist. Dank allein reicht nicht. Wir stehen als Gesellschaft in der Schuld, Pflegekräften endlich so unter die Arme zu greifen, dass sie ihre Arbeit tun können, ohne selbst krank zu werden. Pflege ist Solidarität, Pflegekräfte haben Solidarität verdient.“


Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik:

„Pflegekräfte arbeiten seit Jahren und Jahrzehnten an und über ihrer Belastungsgrenze, wie uns immer neue Studien zeigen. Höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen sind ein Muss, wenn wir die Pflegekräfte nicht verheizen wollen. Mit jeder Pflegekraft, die den Beruf verlässt, gehen auch unentbehrliches Wissen und wertvolle Erfahrungen verloren.

Wir müssen die Wertschätzung für die Arbeit der Pflegekräfte in eine nachhaltige Aufwertung ummünzen. Eine Bundespflegekammer ermöglicht es Pflegekräften, den eigenen Beruf so weiterzuentwickeln, dass er attraktiv und zukunftsfest ist. Und wir müssen für eine zielgenauere Gesundheitsförderung sorgen, die spezielle Belastungen der Pflegearbeit berücksichtigt und auch psychologische Betreuung miteinschließt.“

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher