Statement vom 01.09.2018

Katrin Göring-Eckardt zur Lage der Rohingya

Anlässlich ihres heutigen Besuchs im Rohingya-Geflüchtetenlager in Sittwe (Myanmar) erklärt Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende: 

„Die Situation der Rohingya ist besorgniserregend. Der Bericht der Vereinten Nationen zu den Übergriffen gegen die Rohingya in Myanmar ist eindeutig. Er unterstreicht die Dringlichkeit, die Gräueltaten der Armee gegenüber der muslimischen Minderheit juristisch zu verfolgen und die Verantwortlichen zu bestrafen. 700.000 Rohingyas leben in ausländischen Camps und mehr als 100.000 in inländischen Ghettos. Die Lage dort ist schlimm: Gesundheitsversorgung und  Bildungschancen sind erbärmlich. Die Perspektivlosigkeit steht vielen ins Gesicht geschrieben. Die Menschen sind verzweifelt. „Wir wollen drei Dinge: uns frei bewegen, ordentliche Bürger des Staates sein, in dem wir, unsere Eltern und Großeltern und unsere Kinder geboren wurden, und wir wollen einfach nach Hause“, sagte ein Rohingya zu uns im Lager.

Das ist bedrückend und es braucht endlich eine Lösung! Die Regierung Myanmars muss den Rückkehrprozess der Geflüchteten in ihre Dörfer und Städte möglich machen. Ein erster wichtiger Schritt ist die Bewegungsfreiheit: Rohingya müssen Camps und Ghettos verlassen können, damit sie gleichwertigen Zugang zu Jobs, Ausbildung und Gesundheitsvorsorge bekommen können. Rohingya sind Einwohner Myanmars und müssen die gleichen Staatsbürgerschaftsrechte erhalten. die Staatenlosigkeit der Rohingya ist nicht hinnehmbar. Auf lange Sicht wird es zentral sein, einen Aussöhnungsprozess in der gesamten Bevölkerung zu initiieren.“

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher