Statement vom 09.10.2020

Kirsten Kappert-Gonther und Kai Gehring zur Forderung für ein Zentrum für Kolonialismus-Forschung einzurichten

Zur Forderung mehrerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, ein Zentrum für Kolonialismus-Forschung einzurichten, erklären Kirsten Kappert-Gonther, Berichterstatterin für die Aufarbeitung des kolonialen Erbes, und Kai Gehring, Sprecher für Forschung, Wissenschaft und Hochschule:

„Über 100 Jahre nach Ende des deutschen Kolonialismus ist ein Gesamtkonzept zur Aufarbeitung dieses Unrechts überfällig. Solche Verbrechen verjähren nicht und gehören endlich in den öffentlichen Fokus. Dies erfordert einen institutionalisierten Austausch zwischen Bund, Ländern, kommunalen Spitzenverbänden und der Wissenschaft sowie mit Nachfahren der Kolonisierten und zivilgesellschaftlichen Initiativen. Gemeinsam sollte ein ambitionierter und verbindlicher Fahrplan erarbeitet werden, wie beispielsweise mit kolonialverherrlichenden Denkmälern oder Straßennamen umgegangen wird. Die Dekolonisierung öffentlicher Räume - und unserer Köpfe - bedarf gezielter Förderung. Dazu gehört auch eine umfassende, wissenschaftliche Aufarbeitung. Wir wollen Forschungsvorhaben zum deutschen Kolonialismus intensivieren und Bestehendes besser vernetzen – gerade auch über die Grenzen Europas hinaus. Ein wichtiger Schritt dabei ist, dass auch Universitäten und Forschungseinrichtungen ihre eigene Geschichte während der Kolonialzeit kritisch aufarbeiten, denn nicht wenige Wissenschaftler waren Teil kolonialer Expeditionen und Expansionen.“

 

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Foto von Kai Gehring MdB
Kai Gehring
Sprecher für Forschung, Wissenschaft und Hochschule