Statement vom 06.08.2020

Kordula Schulz-Asche zur Diskussion um Pflege in Corona-Zeiten

Zur Diskussion um Pflege in Corona-Zeiten erklärt Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Pflegepolitik:

„Pflege ist nicht nur systemrelevant, sie ist auch gesellschaftsrelevant. Die Corona-Pandemie zeigt, dass es nicht reicht, nur Krankenhausbetten zu schaffen und Beatmungsgeräte zu kaufen. Es braucht qualifiziertes Pflegepersonal, damit die räumlichen und technischen Kapazitäten unseres Gesundheitssystems ausgeschöpft werden können. Gerade für die Orientierung am Patientenwohl ist pflegerische Expertise unentbehrlich. Von pflegerischer Expertise profitieren nicht nur pflegebedürftige Menschen selbst, sondern auch pflegende Angehörige und Menschen in verschiedenen Lebenssituationen. Das gibt der professionellen Pflege eine Gesellschaftsrelevanz, die vielen Menschen gerade zu Beginn der Coronakrise bewusst geworden ist. Wir tun gut daran, dieses Bewusstsein als Triebfeder für nachhaltige Verbesserungen in der Unterstützung von älteren und erkrankten Menschen zu nutzen. Neben der Verbesserung von Arbeitsbedingungen und Bezahlung, müssen endlich auch die Entwicklungspotenziale gehoben werden, die im Pflegeberuf gerade in Deutschland noch schlummern.

Dabei müssen wir dafür Sorge tragen, dass die entstehenden Kosten nicht alleine von den pflegebedürftigen Menschen getragen werden müssen. Es geht darum, eine verlässliche, solidarische und nachhaltige Finanzierung zu schaffen. Mit der doppelten Pflegegarantie wollen wir die ständig steigenden Eigenanteile begrenzen, die das Armutsrisiko für immer mehr pflegebedürftige Menschen und ihre Familien erhöhen. Wir wollen die Eigenanteile sofort senken und dauerhaft deckeln. Nun ist der Bundesgesundheitsminister gefordert, das Problem endlich anzupacken und seinen laschen Worten rasche Taten folgen zu lassen.“

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