Statement vom 22.06.2020

Lisa Badum zur Debatte um ehrgeizigere Klimaschutzziele für die EU

Zur Debatte um ehrgeizigere Klimaschutzziele für die EU erklärt Lisa Badum, Sprecherin für Klimapolitik:

„Seit wir das Pariser Klimaschutzabkommen unterschrieben haben, war klar, dass wir massiv Emissionen einsparen müssen. Jetzt haben wir es nochmal schwarz auf weiß: 65 Prozent Treibhausgaseinsparungen bis 2030 sind für Europa machbar. Das bestätigt auch die jahrelangen Forderungen der Wissenschaft. Wir wissen also, was wir brauchen und dass es geht. Es fehlt bislang der politische Wille, ein angemessenes Klimaziel durchzusetzen.

Beim EU-Umweltrat steht das europäische Klimagesetz auf der Tagesordnung, auch dort muss ein Klimaschutzziel für 2030 festgelegt werden. Die Bundesregierung spricht sich zwar für höhere Klimaziele aus, fordert aber die anderen Mitgliedstaaten auf, mehr Verantwortung zu übernehmen. Für sich selbst ist ein Kohleausstieg erst im Jahr 2038 aber bereits genug. Das passt nicht zusammen. Wir appellieren an die EU-Umweltministerinnen und –minister und ganz besonders Svenja Schulze, endlich das politisch Nötige für echten Klimaschutz in Europa umzusetzen.

Insgesamt 65 Prozent weniger Emissionen sind ein ehrgeiziges Ziel und bedeuten große Veränderungen für alle Wirtschaftsbereiche. Wir müssen raus aus der Kohle in Europa, den Ausbau der Erneuerbaren Energien auf 100 Prozent maximieren und vor allem sparsamer mit der Energie für unsere Autos und Häuser umgehen. Wir stehen in Europa an einem Scheideweg und müssen entscheiden, ob wir mit Milliardenpaketen die fossile Industrie der Vergangenheit retten oder einen gemeinsamen klimaneutralen Wirtschaftsraum aufbauen, der uns nicht unseren Lebensraum abgräbt. Es braucht viel Kraft, um dieses Ruder rumzureißen, aber sonst segeln wir auf eine unbewohnbare Erde zu.“

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