Statement vom 11.03.2021

Lisa Paus zur EZB-Zinsentscheidung

Zur aktuellen Entscheidung des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) den Leitzinssatz und die Größe des PEPP unverändert zu lassen und allein das Tempo ihrer Anleihenkäufe im nächsten Quartal zu erhöhen, erklärt Lisa Paus, Sprecherin für Finanzpolitik:

„Die Entscheidung der EZB ist wenig überraschend und folgerichtig. Die Corona-Krise ist für Europa noch lange nicht ausgestanden. Auch wenn von einigen Seiten bereits auf eine Anhebung des Leitzinses spekuliert und das Schreckensgespenst einer Rückkehr der Inflation bemüht wird, gibt es aktuell weiter wenig Gründe, von einem anhaltenden Inflationsanstieg auszugehen. Der Sprung der Inflationsrate zu Jahresbeginn ist auf Sonderfaktoren wie die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung, die Achterbahnfahrt des Ölpreises und die Pandemie zurückzuführen. Anders als in den USA ist die Kerninflation in Europa weiter sehr niedrig.

Es ist gut, wenn die EZB die Entwicklungen weiter wachsam beobachtet und flexibel reagiert. Dabei darf sie sich nicht zur Getriebenen machen – weder der Politik noch der Märkte. Für den Fall einer langfristigen wirtschaftlichen Erholung und eines strukturellen Umbruchs sollte die EZB behutsame Schritte zur Rückführung ihrer Stützungsprogramme vorbereiten.“