Statement vom 28.06.2019

Luise Amtsberg zur Situation der Sea-Watch 3 auf dem Mittelmeer

Zur Situation der Sea-Watch 3 auf dem Mittelmeer erklärt Luise Amtsberg, Sprecherin für Flüchtlingspolitik:

„Die Bundesregierung muss endlich handeln. Salvinis Blockadehaltung ist nur zu durchbrechen, wenn sofort eine Zusage zur Aufnahme aller von der Sea-Watch 3 geretteten Menschen nach Deutschland gemacht wird. Es ist eine Schande, wie mit dem Schicksal von Geflüchteten gespielt wird. In der letzten Nacht musste ein 19-Jähriger vom Schiff medizinisch not-evakuiert werden. Dass es überhaupt zu so einer Situation kommen konnte und das Leben eines Menschen ernsthaft in Gefahr gerät, nur weil die europäischen Regierungen sich nicht einigen können, ist nicht hinnehmbar.

Seit über einem Jahr dauert dieses unwürdige Geschachere nun an. Der Sommer steht vor der Tür, die nächsten tragischen Ereignisse im Mittelmeer sind absehbar. Wider besseren Wissens bleibt die Bundesregierung unfähig, eine praktikable Lösung zu erarbeiten.

Die einzigen, die derzeit wirklich handeln, sind die Mitglieder der Sea-Watch 3 Crew und allen voran die Kieler Kapitänin Carola Rackete. Allein ihnen und ihrer Entscheidung, in italienische Gewässer einzufahren, ist es zu verdanken, dass überhaupt Bewegung in die stillstehenden Verhandlungen gekommen ist. Kiel, Berlin und Rottenburg haben sich zur sofortigen Aufnahme der aus Seenot geretteten Menschen bereit erklärt. Es liegt nun an der Bundesregierung, dieses unsägliche Spiel mit Menschenleben zu beenden.“

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