Statement vom 05.11.2019

Margit Stumpp zur heute veröffentlichten ICILS-Studie

„Die ICILS-Studie stellt Deutschland ein vernichtendes Zeugnis aus. Es zeigt sich, dass digitale Fähigkeiten nicht vom Himmel fallen oder durch die Nutzung von Smartphones und Tablets automatisch erlernt werden. Digitale Kompetenzen und der kritische Umgang mit Medien müssen vielmehr Kern des Bildungsauftrags werden und sich über die komplette Bildungskette erstrecken; altersgerechte Medienbildung beginnt selbstverständlich bereits in der Kita. Es ist entscheidend, dass alle Pädagogen und Lehrerinnen in digitaler Kompetenzvermittlung aus- und weitergebildet sind. Hier zeigt ICILS den enormen Nachholbedarf. Bund und Länder müssen gemeinsam ihre Anstrengungen bündeln und verstärken. Hier könnte auch eine „Bundeszentrale für digitale und Medienbildung" helfen, indem qualitätsgesicherte Angebote zur Verfügung gestellt werden und ein Überblick über die vielen bestehenden Angebote ermöglicht wird. Als unabhängige Plattform könnte sie bestehende Angebote prüfen, bündeln und bekannt machen. Daneben sollte diese Bundeszentrale medienpädagogische Projekte unterstützen und Begleitforschung koordinieren.

Guter und moderner Unterricht braucht gut ausgestattete Schulen, d.h. Breitband, WLAN, Schulclouds, Lernplattformen und Endgeräte. Auch hier legt die ICILS-Studie den Finger in die Wunde und macht deutlich, was in den letzten Jahren alles versäumt wurde. Der Digitalpakt wird dieser Mammutaufgabe nicht gerecht, weil er sowohl befristet und zu klein geraten ist als auch die Kommunen mit der Wartung alleine lässt. Es braucht an jeder Schule IT-Personal und Medienpädagoginnen und -pädagogen. Statt sich weiterhin hinter dem Kooperationsverbot zu verstecken, muss jetzt ein moderner Bildungsföderalismus etabliert, in die Zukunft investiert und die Bildungsinfrastruktur ausgebaut werden."

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Margit Stumpp
Sprecherin für Bildungspolitik Sprecherin für Medienpolitik