Statement vom 21.07.2021

Maria Klein-Schmeink zur gestiegenen Zahl der Kindeswohlgefährdungen während der Pandemie

Zur gestiegenen Zahl der Kindeswohlgefährdungen während der Pandemie erklärt Maria Klein-Schmeink, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende:

„Diese Zahlen sind ein Alarmzeichen, dass noch immer viel zu wenig für den Kinderschutz getan wird. Wir vermuten, dass durch die Pandemie die Dunkelziffer noch größer ist. Gerade deshalb müssen die Anstrengungen bei Prävention, Intervention und Hilfen weiter erhöht werden. Es gibt viele Punkte, an denen man sofort ansetzen könnte:

Die Netzwerkarbeit im Kinderschutz muss endlich über gesetzliche Kooperationsgebote in diversen Berufsfeldern verankert und ausreichend finanziert werden. Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen muss dauerhaft auskömmlich finanziert sein. In Jugendämtern, bei der Polizei und der Justiz muss eine ehrliche Bestandsaufnahme gemacht werden, welche behördliche Personalausstattung tatsächlich notwendig ist, um Gewalt an Kindern effektiv bekämpfen zu können.

Auf Landesebene sollten Kinderschutz-Fachberatungsstellen ausgebaut und finanziell abgesichert werden. Zu empfehlen ist zudem die Schaffung von Landesbeauftragtenstellen analog zum Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs im Bund. Außerdem sollte die Schaffung von Kinder- und Traumaambulanzen in den Ländern verbindlich sichergestellt werden.

Nicht zuletzt hätte ein deutlicher Beitrag zur Stärkung und zum Schutz von Kindern darin bestanden, Kinderrechte endlich mit einer starken Formulierung ins Grundgesetz aufzunehmen. Das hat die Union leider verhindert.“