Statement vom 01.04.2020

Markus Tressel zur Diskussion um eine Gutscheinlösung bei der Rückerstattung der Anzahlungen von Pauschalreisen

Zur Diskussion um eine Gutscheinlösung bei der Rückerstattung der Anzahlungen von Pauschalreisen erklärt Markus Tressel, Sprecher für Tourismuspolitik:

"Die Lösung der krisenbedingten Liquiditätsprobleme der Reiseveranstalter kann nicht darin bestehen, Verbraucherschutzstandards zu reduzieren und das unbestreitbar vorhandene Problem auf die Endkunden zu verlagern. Deshalb sprechen wir uns gegen eine Gutscheinlösung aus.

Die Gutscheinlösung wäre eine schwere Hypothek für die Tourismuswirtschaft in der Zeit nach der Krise. Angesichts von Kurzarbeit und Existenzbedrohung werden die Verbraucherinnen und Verbraucher auch nur schwerlich freiwillig auf die Rückzahlung des angezahlten Reisepreises verzichten wollen und vielfach auch können.

Es wäre ein fatales Signal, wenn Endkunden somit die Branche mit einem zinslosen Kredit stützen müssten. Wenn der Kunde das freiwillig tut, ist das begrüßenswert, aber eben selbst gewählt. Sollte die Gutscheinlösung die einzige Alternative sein, würde das dem Image der Branche sicherlich schaden.

Die Bundesregierung muss deshalb sicherstellen, dass im Umgang mit Anzahlungen auf gebuchte Reisen geltende Gesetze eingehalten, Kundengelder erstattet und gleichzeitig die deutschen Reiseveranstalter liquide gehalten werden. Dazu muss die Bundesregierung mit langfristigen Darlehen aus den Mitteln der verabschiedeten Programme und mit Hilfe der KfW sowie der Hausbanken die bis Ende April zurückgezahlten Kundengelder refinanzieren. Dass das geht, hat der Fall TUI mit einem Kredit über 1,8 Milliarden gezeigt. Alternativ muss auch eine Fondslösung geprüft werden.

Die Bundesregierung sollte die Tourismuswirtschaft in ihrer vollen Breite betrachten. Nicht nur große Reiseveranstalter sind in Not, sondern auch die Reisebüros, die Hotellerie und Gastronomie und die Tourismusregionen."

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

 

Markus Tressel
Sprecher für Ländliche Räume und Regionalpolitik Sprecher für Tourismuspolitik