Statement vom 15.07.2020

Matthias Gastel zum geplanten Ausbau der ICE-Zugflotte der Deutschen Bahn

Zum geplanten Ausbau der ICE-Zugflotte der Deutschen Bahn erklärt Matthias Gastel, Sprecher für Bahnpolitik:

„Es ist gut, dass die Deutsche Bahn in neue Züge investiert, um die Kapazitäten im Fernverkehr auf der Schiene zu erhöhen. Vor dem Hintergrund des verkehrspolitischen Ziels der Bundesregierung, die Fahrgastzahlen im Personenverkehr bis 2030 zu verdoppeln, ist allerdings nicht nachvollziehbar, warum erneut einstöckige ICE-Züge beschafft werden sollen. Da die Infrastruktur bis 2030 nur sehr überschaubar mit Neu- und Ausbauvorhaben erweitert wird, ist es deshalb geboten, den Fokus stärker auf Fernzüge mit einer möglichst hohen Anzahl von Sitzplätzen zu lenken. Doppelstockzüge bieten im Fernverkehr bei gleicher Zuglänge etwa 50 Prozent mehr Sitzplätze. Wer die Fahrgastzahlen auf einer knappen Infrastruktur zügig erhöhen will, wird auch im Fernverkehr nicht um Doppelstockzüge herumkommen. Die TGV-Doppelstockzüge („TGV Duplex“) der französischen Bahn SNCF zeigen einen machbaren Weg hin zur Zukunft des Bahnverkehrs auf.

Der neue ICE-Auftrag ist unter diesem Aspekt eine vertane Chance für die Verkehrswende. Zudem braucht es künftig ein schlüssiges Sprinter-Netz, das zusätzlich zum Deutschland-Takt die Ballungsräume in ganz Deutschland abdeckt. Ein solches erweitertes Sprinter-Netz wäre eine Chance, um stärker als bislang Kurzstreckenflüge überflüssig zu machen. Die Fluggesellschaften hätten so die Chance, mit solchen Flug-Zug-Angeboten ihre Treibhausgasbilanz deutlich zu verbessern.“

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