Statement vom 11.07.2020

Omid Nouripour zu Syrien

Zur gescheiterten Einigung im UN-Sicherheitsrat über humanitäre Hilfe für Syrien erklärt Omid Nouripour, Sprecher für Außenpolitik:

"Der von China flankierte Zynismus Moskaus ist unerträglich. Neun Jahre lang hat die Welt zugeschaut, wie Assad humanitäre Hilfe für ihm unpassende Regionen verweigert. Russland hat ihm dabei stets assistiert, aber wenigstens im Sicherheitsrat so getan, als sei dem Kreml das Leiden der Menschen nicht egal. Nun fällt auch diese letzte dünne Maske angeblicher Humanität. Deutschland muss alles daran setzen, diese Blockade zu durchbrechen. Gelingt dies nicht, müssen die Europäer diejenigen haften lassen, die für die zahlreichen  Kriegsverbrechen in Syrien mitverantwortlich sind. Das ist nicht nur das Assad-Regime und der Iran, sondern auch die russische Kommandokette, an deren Spitze Verteidigungsminister Sergei Schoigu steht. 25 Jahre nach dem schrecklichen Versagen in Sreberenica kann es nicht sein, dass die UN wieder vor aller Augen scheitert, Tod und Leid zu stoppen."