Statement vom 05.08.2020

Omid Nouripour zur Situation nach den Explosionen in Beirut

Zur dramatischen Situation nach den verheerenden Explosionen in Beirut erklärt Omid Nouripour, Sprecher für Außenpolitik:

„Die Bilder und Stimmen, die uns aus Beirut erreichen, sind herzzerreißend. Wieder sind es die Menschen in Beirut, die nach überstandenem schier endlosem Bürgerkrieg, grausamen Anschlägen und zuletzt all den Entbehrungen infolge der grassierenden Wirtschaftskrise enormes Leid zu ertragen haben.

Das wichtigste im Moment ist, schnell alle erdenkliche humanitäre Hilfe zur Verfügung zu stellen, damit die tausenden Verletzten versorgt werden können. Auch müssen all diejenigen ein Dach über dem Kopf bekommen, deren Häuser durch die Explosion zerstört oder stark beschädigt wurden. Gleichzeitig gilt es, die weitere Versorgung mit Nahrungsmitteln sicher zu stellen, die infolge der nahezu kompletten Zerstörung des dafür so wichtigen Hafens stark eingeschränkt ist.

Die Menschen im Libanon wollen nun zurecht wissen, wie es zu dieser Katastrophe kommen konnte. Wenn die Bundesregierung bei dieser Aufklärungsarbeit helfen kann, sollte sie dies mit nüchternem Sachverstand tun. Die Bundesregierung sollte zudem schon in den kommenden Tagen damit beginnen, sich mit seinen europäischen Partnern über Strategien für den Wiederaufbau der stark beschädigten Stadt und seiner lebenswichtigen Infrastruktur abzustimmen. Dies ist essenziell und in unserem ureigenen Interesse, denn in Beirut geht es um die Stabilität des Libanon und des Nahen Ostens insgesamt.“