Statement vom 15.09.2020

Ottmar von Holtz und Claudia Roth zum Weltrisikobericht

Zu dem am Dienstag veröffentlichten Weltrisikobericht von „Bündnis Entwicklung Hilft“ und des Friedensinstituts der Universität Bochum erklären Ottmar von Holtz, Obmann im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Sprecher für Zivile Krisenprävention, und Claudia Roth, Stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

„Die Folgen der Klimakrise mit Dürren, Extremwetterereignissen und dem Anstieg des Meeresspiegels nehmen weltweit gefährliche Ausmaße an. Die Corona-Pandemie verschärft die Lage für besonders verwundbare Gruppen noch weiter. Das unterstreicht der neue Weltrisikobericht, den das ‚Bündnis Entwicklung Hilft‘ und das Friedensinstitut der Universität Bochum veröffentlicht haben. Insbesondere für die ärmsten Bevölkerungsgruppen im Globalen Süden, Geflüchtete und Vertriebene wirkt sich das Zusammenspiel von Klimakrise und Pandemie dramatisch aus: Sie haben weder die Möglichkeit, sich angemessen vorzubereiten noch die Ressourcen, sich vor den Folgen zu schützen. Die Weltgemeinschaft ist hier gefragt. Auch vor dem Hintergrund der nachhaltigen Entwicklungsziele und der Pariser Klimaziele müssen die Industriestaaten eine Klimafinanzierung bereitstellen und die Entschuldung der ärmsten Staaten durchsetzen. Nur so bekommen diese Spielraum, um die multiplen Krisen bekämpfen zu können.

Unzureichende Hygienebedingungen und fehlende Maßnahmen zur Infektionskontrolle - besonders in überfüllten Flüchtlingslagern - verschärfen das Corona-Risiko für Geflüchtete. Die Antwort der Staatengemeinschaft sollte nicht nur auf die Eindämmung und Bekämpfung der Pandemie abzielen, sondern an die Wurzeln des Problems gehen: Es braucht eine gute gesundheitlichen Grundversorgung für alle Menschen. Die Bundesregierung sollte darum ihren entwicklungspolitischen Fokus darauf legen, Resilienz aufzubauen und die Gesundheitssysteme in den Partnerländern zu stärken. Auch die Verbesserung der Lebens- und Wohnsituation, gute hygienische Bedingungen und der Zugang zu Toiletten sind wichtige Schritte gegen die Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Von solch grundlegender Prävention profitieren in unserer globalen Welt am Ende alle Länder gleichermaßen. Das sollte die Lehre aus Corona sein.“

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Claudia Roth
Bundestagsvizepräsidentin Sprecherin für Auswärtige Kulturpolitik