Statement vom 27.06.2019

Ottmar von Holtz zum 100. Jahrestag der Unterzeichnung des Friedensvertrags von Versailles

Zum 100. Jahrestag der Unterzeichnung des Friedensvertrags von Versailles erklärt Ottmar von Holtz, Sprecher für Zivile Krisenprävention:

„Heute vor 100 Jahren, mit der Unterzeichnung des Friedensvertrags von Versailles, endete die deutsche Kolonialherrschaft über Teile von Asien, Afrika und der Südsee.

Hartnäckig wird noch immer die Meinung vertreten, Deutschland sei eine unbedeutende Kolonialmacht gewesen. Bis heute wirkt sich jedoch diese Fremdherrschaft auf die außenpolitischen Beziehungen und auf Wirtschafts- und Handelssysteme aus. Aktuelle Krisen und Konflikte lassen sich teilweise auf die künstlichen Grenzziehungen der Kolonisatoren zurückzuführen. Die willkürliche Landverteilung und gezielte Elitenförderung in der Unabhängigkeitsphase hat weiterhin Einfluss auf die sozioökonomischen und politischen Verhältnisse in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Kolonien.

Deutschland muss seine Verantwortung für das eigene koloniale Erbe übernehmen und sein Engagement im Bereich der Versöhnungsarbeit deutlich finanziell und personell ausbauen. Die Bundesregierung muss die Verbrechen der deutschen Kolonialherrschaft systematisch aufarbeiten und aktiv an der Aufarbeitung mitwirken. Der Völkermord an den ovaHerero und Nama im heutigen Namibia darf nicht in Vergessenheit geraten. Die Bundesrepublik muss dieses Verbrechen anerkennen und Verantwortung dafür übernehmen.“

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher