Statement vom 01.03.2021

Renate Künast und Friedrich Ostendorff zu den Umbaukosten für die Tierhaltung

Zu den Umbaukosten für die Tierhaltung erklären Renate Künast, Sprecherin für Tierwohl und Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Renate Künast:
„Seit Jahrzehnten setzt die Agrarindustrie auf den am Ende für alle ruinösen Kurs der Exportorientierung. Der Tierschutz wird dabei dem Preiskampf untergeordnet. Hühnern werden die Schnäbel gekürzt und Schweinen werden die Schwänze abgeschnitten, um sie auf engem Raum halten zu können. Jetzt sollen Steuermittel dafür eingesetzt werden, die jahrzehntelang subventionierten Ställe umzubauen.

Die hohen veranschlagten Kosten machen deutlich, wie sehr sich die landwirtschaftliche Praxis beim Umgang mit Tieren von der Akzeptanz dafür in der Bevölkerung entfernt hat. Von nun an muss es einen erkennbareren Systemwechsel geben. Ein weiter so wie bisher darf es nicht geben. Jeder Euro muss für den konsequenten Umbau und den Abbau der viel zu hohen Tierzahlen verwendet werden. Das Ziel muss lauten: Weniger Tiere besser halten.“

Friedrich Ostendorff:
„Die Tierhaltung steht in Deutschland vor einem gewaltigen Veränderungsprozess. Tierwohl geht nicht zum Nulltarif. Es braucht eine Finanzierung durch die Gesellschaft. Die Marktkräfte und Verbraucherentscheidungen allein werden den Umbau nicht anstoßen. Bundesministerin Julia Klöckner muss sich jetzt für ein Finanzierungsmodell entscheiden und die Weichen für den Umbau der Tierhaltung stellen. Die Bundesministerin hat viel zu sehr auf Zeit gespielt.

Die Liste der Baustellen wird immer länger: Baugenehmigungen von Ställen, Immissionsfragen und die Finanzierung von mehr Tierwohl sind nicht geklärt. Alles wartet auf klärende Gesetzentwürfe aus dem BMEL. Doch da kommt einfach nichts. Die Probleme auszusitzen erweist sich als keine gute Strategie, denn schon jetzt geben immer mehr Betriebe auf.“

 

 

Renate Künast MdB
Renate Künast
Sprecherin für Ernährungspolitik (19. WP) Sprecherin für Tierschutzpolitik (19. WP)