Statement vom 16.07.2020

Renate Künast zu Foodwatch / Nutri-Score

Zu den von Foodwatch heute bekannt gemachten Dokumenten des Max-Rubner-Instituts, wonach die Industrielobby versucht, die Berechnungsgrundlage des Nutri-Score zu verwässern, erklärt Renate Künast, Sprecherin für Ernährungspolitik:

„Wenn auch die süßesten Säfte und die fettigsten Pizzen ein GRÜN bekommen, läuft was grundsätzlich falsch. Der Nutri-Score wäre dann nicht nur nutzlos, sondern eine dreiste Verbrauchertäuschung.

Jahrzehntelang hat sich die Lebensmittelindustrie mit Händen und Füßen gegen eine Ampelkennzeichnung und den Nutri-Score gewehrt. Nachdem der Nutri-Score nicht mehr zu verhindern ist, will sie jetzt systematisch Kriterien und Anwendung  ganz in ihrem Sinne verwässern. Das ist inakzeptabel. Schon der Nutri-Score ist ein Kompromiss. Die Algorithmen, die hinter der Nährwertekennzeichnung stehen, müssen auf wissenschaftlichen Empfehlungen basieren und nicht auf den Profitwünschen der Lebensmittellobby, die diese überzuckerten hochverarbeiteten Produkte ja selbst kreiert und auf dem Markt massiv beworben hat.

Bundesministerin Klöckner muss hier klare Kante gegenüber dem Lebensmittelverband zeigen. Die Gesundheit der Kinder und der Verbraucher muss geschützt werden, nicht die auf einer Fehlentwicklung beruhenden Profiterwartung der Konzerne.“

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Renate Künast MdB
Renate Künast
Sprecherin für Ernährungspolitik Sprecherin für Tierschutzpolitik