Statement vom 08.12.2020

Renate Künast zur Veröffentlichung der Versuchstierzahlen durch das BMEL

Zur Veröffentlichung der Versuchstierzahlen durch das BMEL erklärt Renate Künast, Sprecherin für Tierschutzpolitik:

„Die Zahlen zum Verbrauch von Versuchstieren sind wieder einmal geschönt. Jedes Jahr werden eher sieben Millionen als der nun veröffentlichten drei Millionen Versuchstiere getötet.

Das hatte die Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen erst dieses Jahr zugeben müssen. Mit der Veröffentlichung der Zahlen nennt die Bundesregierung also nur die halbe Wahrheit.

Tatsächlich ist Deutschland beim Schutz von Tierversuchen Schlusslicht.

Der Tierschutz steht seit 2003 im Grundgesetz, damit war auch eine Erwartung verbunden. Wir brauchen eine Gesamtstrategie, die endlich den Einstieg in den Ausstieg von Tierversuchen einleitet.

Wir brauchen eine Abkehr von Tierversuchen, die langanhaltende, schwere Leiden mit sich bringen. Von dieser Bundesregierung ist bezüglich des Ausstiegs aus Tierversuchen wenig zu erhoffen. Es ist daher wichtig, dass sich die für Tierschutz zuständigen Landesbehörden für eine Stärkung des Tierschutzes einsetzen.“

Hintergrund:

Bei den Zahlen des BMEL werden nur die Tiere gezählt, die bei Tierversuchen verwendet werden. Für Tierversuche gezüchtet, aber nicht verwendet und trotzdem getötet wurden im Jahr 2018 noch einmal 3,9 Millionen Tiere. Damit wurden im Jahr 2018 rund 7 Millionen Tiere für Tierversuche getötet. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage 19/18520 (https://dserver.bundestag.de/btd/19/185/1918520.pdf), Frage 13 hervor. Diese Zahl dürfte angesichts der Stagnation der im Jahr 2019 verwendeten Tiere ähnlich hoch sein.

 

Renate Künast MdB
Renate Künast
Sprecherin für Ernährungspolitik Sprecherin für Tierschutzpolitik