Statement vom 23.09.2019

Uwe Kekeritz zur Ankündigung von Entwicklungsminister Müller, das Waldschutz-Kreditprogramm "ProGreen" der Weltbank mit 200 Millionen Euro zu unterstützen

Zur Ankündigung von Entwicklungsminister Müller, das Waldschutz-Kreditprogramm "ProGreen" der Weltbank mit 200 Millionen Euro zu unterstützen, erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

„Es ist wichtig, mehr Geld in den internationalen Waldschutz zu stecken. Spannend wird, woher die Mittel kommen sollen und ob es sich um zusätzliche Gelder handelt. Es bleibt zu hoffen, dass das Weltbank-Kreditprogramm zu tatsächlichem Waldschutz beiträgt. Gerade Kompensationsmechanismen waren bislang kein effektives Instrument, um Entwaldung zu stoppen. Im Gegenteil, das Prinzip, gerodete Bäume einfach an anderer Stelle wieder aufzuforsten, legitimiert häufig die Zerstörung ganzer Ökosysteme. So wird aber nur auf dem Papier CO2 eingespart. Wichtiger wäre es, gemeinsam mit der indigenen und lokalen Bevölkerung Waldschutzmaßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Bei aller Dringlichkeit, sich auf internationaler Ebene für Wald- und Klimaschutz zu engagieren: Deutschland muss endlich vor der eigenen Tür kehren und einen ernstgemeinten Plan vorlegen, die eigenen Klimaziele zu erreichen: Wie sollen wir Kenia oder Indien erklären, keine Kohlekraftwerke mehr zu bauen, während der eigene Kohleausstieg alles andere als ambitioniert ist und wir unsere Energiewende vor die Wand fahren? Und wie wollen wir Brasilien dazu bringen, den Wald zu schützen, während wir die dankbaren Abnehmer von Soja für unsere Viehzucht und von Eisenerz für unsere Autoindustrie sind?"

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