Statement vom 03.09.2021

Steffi Lemke und Harald Ebner zum Auftakt des Weltnaturschutzgipfels

Zum Auftakt des Weltnaturschutzgipfels in Marseille erklären Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik, und Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik:

Steffi Lemke:
„Das Biodiversitäts-Superjahr ist auch in diesem Jahr ausgefallen. Die Corona-Pandemie lässt die Verhandlungen für ein neues Abkommen zum Schutz unserer Natur weiter stocken. Umso wichtiger ist es, dass die Weltnaturschutzunion in Marseille zusammenkommt und einen neuen Anlauf ins Superjahr der Biodiversität startet. Für einen zufriedenstellenden Abschluss der Verhandlungen an einem neuen Rahmenwerk des Übereinkommens für Biologische Vielfalt im Mai 2022, müssen die Vertragsstaaten konkret darlegen, wie eine Umsetzung von ambitionierten Zielen gelingen kann. Nur neue Zielvereinbarungen die Jahr um Jahr verfehlt werden, reichen nicht mehr aus.

Die Weltnaturschutzunion ist Vorreiter bei der Entwicklung von sogenannten Nature-Based Solutions. Wir Grüne fordern die Bundesregierung auf, diese Konzepte aufzugreifen und den natürlichen Klimaschutz zu finanzieren. Die Grüne Bundestagsfraktion plant deshalb zukünftig zehn Prozent des Energie- und Klimafonds jährlich in natürlichen Klimaschutz zu investieren. Konkret heißt das: Moore wiedervernässen, Flussauen renaturieren und Seegraswiesen stärken. So kann Kohlenstoff über Jahrzehnte in der Erde gespeichert und gleichzeitig das Arten-Aussterben gestoppt werden. Denn Naturschutz ist Klimaschutz.“

Harald Ebner:
„Gentechnisch veränderte Tiere und Pflanzen und der Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen passen nicht zusammen. Statt aber die Forderung von Umwelt- und Naturschutzorganisationen für ein weltweites Moratorium auf sogenannte Gene Drives – also in der Umwelt unkontrollierbare genetische Kettenreaktionen – zu diskutieren, wird die Brisanz der Situation beim IUCN offenbar verkannt.

Dabei muss selbst die Bundesregierung, die agrarpolitisch ja stets ein Hohelied auf die Chancen neuer Gentechnik singt, eingestehen, dass Gene Drives aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften nachteilige Auswirkungen auf die biologische Vielfalt haben können.

Wer das Vorsorgeprinzip ernst nimmt, muss dafür sorgen, dass bei Eingriffen in die Natur nicht verantwortbare Risiken, wie die Manipulation oder Ausrottung ganzer Populationen oder Arten durch gentechnische Methoden, ausgeschlossen werden.“

Foto von Steffi Lemke MdB
Steffi Lemke
Parlamentarische Geschäftsführerin Sprecherin für Naturschutzpolitik
Foto von Harald Ebner MdB
Harald Ebner
Sprecher für Waldpolitik Sprecher für Gentechnik und Bioökonomiepolitik