Statement vom 13.03.2019

Steffi Lemke und Harald Ebner zur Emnid-Umfrage zum Insektenschutz

Zur aktuellen Emnid-Umfrage, demnach sich 79 Prozent der Bevölkerung für mehr Insektenschutz ausspricht, finden Sie im Folgenden Statements von Steffi Lemke und Harald Ebner:

Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik:

„Die Ignoranz der Bundesregierung gegenüber dem Artensterben ist unerträglich. Der öffentliche Druck auf die Regierung wächst, mehr für Insekten zu tun. Die Koalition ist nun ein Jahr im Amt und die Liste ihrer Versäumnisse ist lang: Ankündigungen und Blümchenpapiere pflastern ihren Weg. Statt weg vom Gift auf dem Acker, weg von einer Landwirtschaft, die die Natur ausnutzt und gegen den Artenreichtum arbeitet, stecken die Ministerinnen Klöckner und Schulze den Kopf in den Sand, doch ein weiteres Papier und weitere Aktionspläne werden das Artensterben nicht stoppen. Solange die Bundesregierung die EU-Agrarpolitik nicht grundlegend reformiert und Naturschutz nicht besser finanziert, geht das Insektensterben weiter.“

Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik:

„Die dramatischen Zahlen des Insektensterbens konnten die Bundesregierung bisher nicht zu ernsthaften Taten bewegen, hoffentlich können die eindeutigen Zahlen zum Bürgerwillen nach wirksamem Insektenschutz sie jetzt endlich aus der Lethargie reißen. Bislang blieb es bei Agrarministerin Julia Klöckner bei warmen Worten und Ablenkungsmanövern. In der Praxis hat sich ihr flotter Spruch vom letzten Jahr längst ins Gegenteil verkehrt: „Was der Biene schadet, kommt auf den Markt“ scheint Klöckners neues Motto zu sein. Mit der Neuzulassung des Neonikotinoid-Nachfolgers Cyantraniliprol für die Freilandanwendung straft die Agrarministerin ihre trendigen Sonntagsreden von systemrelevanten Bienen und Insektenschutz-Papieren Lügen. Das EU-Freilandverbot für drei der Bienenkiller-Neonikotinoide vom letzten Jahr wird so durch die Hintertür wieder aufgeweicht. Ohnehin könnte diese wichtige Entscheidung für die Bienen ein einmaliger Ausreißer bleiben, denn die Bienenschutz-Kriterien der EU drohen gerade massiv verwässert zu werden, ohne dass Ministerin Klöckner etwas dagegen unternimmt.“

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Harald Ebner

Sprecher für Waldpolitik Sprecher für Gentechnik und Bioökonomiepolitik

Steffi Lemke

Parlamentarische Geschäftsführerin Sprecherin für Naturschutzpolitik