Statement vom 28.11.2019

Steffi Lemke zu der Bestätigung des Bundesumweltministeriums, dass die 18 toten Schweinswale im Zusammenhang mit den Munitionssprengungen des NATO-Manövers „Norther Coasts“ stehe

Zu der Bestätigung des Bundesumweltministeriums, dass die 18 toten Schweinswale im Zusammenhang mit den Munitionssprengungen des NATO-Manövers „Norther Coasts“ stehen, erklärt Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik:

„Die Praxis der Sprengungen von Munitionsaltlasten in Naturschutzgebieten muss gestoppt werden. Mit der Bestätigung, dass die Sprengungen für den Tod der Schweinswale verantwortlich sind, fordern wir Aufklärung des Verteidigungsministeriums über den genauen Vorgang der Sprengungen und warum die behaupteten Vergrämungsmaßnahmen offensichtlich nicht gewirkt haben. Die Missachtung der Naturschutzbehörden und die Zerstörung einer Fläche von bis zu 110.000 Quadratmetern müssen Konsequenzen haben. Die Bundesregierung muss endlich ein umfassendes Konzept zur umweltschonenden Munitionsbergung in der Ost- und Nordsee vorlegen. Dafür sind zusätzliche Finanzmittel des Bundes und eine bessere technische Ausstattung der Behörden unabdingbar.“

Hintergrund:

Wie die Kleine Anfrage von Steffi Lemke zeigt, wurden während des NATO-Manövers „Northern Coasts“ im Spätsommer 2019 42 britische Grundminen aus dem 1. Weltkrieg gesprengt. Nach derzeitigem Kenntnisstand erfolgten 39 der 42 Sprengungen im Meeresschutz- und NATURA 2000 Gebiet „Fehmarnbelt“. Die Naturschutzbehörden hätten bei einem solchen Einsatz einbezogen werden müssen – dies ist jedoch nicht geschehen. Zu den Folgen der Sprengungen zählen ein 5 Meter breiter und 1,5 Meter tiefer Krater. Die vormals vorhandenen marinen Tiere und Pflanzen wurden im Krater und in einem Umfeld von bis zu 30 Metern um den Krater zerstört. Dies umfasst eine Fläche von bis zu 27 Fußballfeldern. Der NABU Deutschland berichtete am Wochenende, dass in derselben Zeit 18 streng geschützte und vom Aussterben bedrohte Schweinswale aufgefunden wurden. Wie das Bundesumweltministerium nun gegenüber der DPA aufgrund von Untersuchungen der Tierärztlichen Hochschule Hannover  bestätigte, stehen die Todfunde mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit den Sprengungen der NATO. Schweinswale sind in den deutschen Meeresgebieten vom Aussterben bedroht. Die Population in der zentralen Ostsee umfasst gerade einmal 400-500 Tiere. Die Sprengungen fanden darüber hinaus in der für Schweinswale besonders sensiblen Zeit der Fortpflanzung.

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Steffi Lemke
Parlamentarische Geschäftsführerin Sprecherin für Naturschutzpolitik