Statement vom 12.06.2019

Steffi Lemke zu Herdenschutz/Wolf

Zum Herdenschutz-Papier von elf Organisationen der Landwirtschaft und Nutztierhaltung, des Natur- und Tierschutzes sowie der Jagd erklärt Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik:

„Die Zivilgesellschaft ist der Bundesregierung um einiges voraus. Sie legt mit diesem Papier einen von Naturschutz-, Schäfer- und ökologischen Jagdverbänden getragenen Lösungsvorschlag vor, während die Bundesregierung weiter streitet. Der Koalitionsstreit zum Thema Wolf ist inakzeptabel – er hilft weder den Weidetierhaltern noch löst er die eigentlichen Probleme, die mit der Rückkehr des Wolfes einhergehen. Der im Kabinett verabschiedete Gesetzentwurf zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes ist eine Nebelkerze und wird keinen einzigen Wolfsriss verhindern können.

Klar ist, es braucht einen Ausgleich zwischen Nutztierhaltung und Artenschutz. Alle sind sich einig: ohne einen flächeneckenden Herdenschutz werden Wolfsrisse nicht in den Griff bekommen zu sein. Dafür braucht es ausreichende finanzielle Unterstützung bei den Herdenschutzmaßnahmen, den anfallenden laufenden Kosten und eine schnelle, unbürokratische Kompensation von Wolfsübergriffen. Das Kernproblem der Weidetierhalter bleibt aber die existenzbedrohende wirtschaftliche Lage. Dieses Problem wird von der Bundesregierung weiterhin ignoriert. Wer den Schafhaltern nachhaltig helfen will, muss endlich eine bundesweite Weidetierprämie einführen. Es ist unverständlich, warum Agrarministerin Klöckner hier die Hände in den Schoß legt, anstatt wie die anderen 22 EU-Länder diese gekoppelten Zahlungen anzubieten.“

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Steffi Lemke
Parlamentarische Geschäftsführerin Sprecherin für Naturschutzpolitik