Statement vom 05.02.2020

Steffi Lemke zur Vogel-Studie

Zur heute veröffentlichten Publikation "Vögel in Deutschland - Übersichten zur Bestandssituation" u.a. vom Bundesamt für Naturschutz erklärt Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik:

„Die sich bessernde Lage von Vögeln im Wald und in Siedlungen ist leider kein Zeichen für eine generelle Entwarnung beim Vogelsterben. Ganz im Gegenteil: Die Situation der Feldvögel verschlechtert sich immer mehr. Dass die Bestände einiger Arten in Deutschland inzwischen um fast 90 Prozent zurückgegangen sind, muss bei uns allen die Alarmglocken schellen lassen. Auf der Bundesregierung lastet dabei eine schwere Mitverantwortung, denn sie hat kaum etwas unternommen, dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen.

Auf immer größeren Feldern ohne Rückzugsräume fehlt den Vögeln auch durch den großflächigen Einsatz von Pestiziden schlichtweg die Nahrungsgrundlage. Das ist lange bekannt und trotzdem ist die Bundesregierung mit ihrem Insektenschutzgesetz noch nicht über die Ankündigung hinausgekommen. Die bisher vorgeschlagenen Maßnahmen werden der Krise des Arten-Aussterbens nicht gerecht. Sie strotzen mit Blick auf Schutzgebiete und Gewässerrandstreifen vor Ausnahmen und mit dem geplanten Ende von Glyphosat nach dieser Wahlperiode verschließt die Bundesregierung die Augen vor der Dramatik des Biodiversitätskrise.

Genauso fehlt der Bundesregierung der Wille, sich für ein Umsteuern in der Agrarpolitik einzusetzen. Statt Milliarden an EU-Subventionen mit der Gießkanne auszuschütten, muss die Bundesregierung Agrargelder endlich nutzen, um die Betriebe bei mehr Umwelt- und Naturschutz zu unterstützen. Es ist erschreckend, wie die Bundesregierung das Fachwissen der Wissenschaft und der eigenen Fachbehörden ignoriert.“

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

Foto von Steffi Lemke MdB
Steffi Lemke
Parlamentarische Geschäftsführerin Sprecherin für Naturschutzpolitik