Statement vom 03.09.2020

Sven Lehmann zur geplanten Lockerung des Blutspendeverbot für homo- und bisexuelle Männer sowie transgeschlechtliche Menschen

Zu Medienberichten. wonach die Bundesregierung, das Blutspendeverbot für homo- und bisexuelle Männer sowie transgeschlechtliche Menschen zu lockern plant, erklärt Sven Lehmann, Sprecher für Queerpolitik:

„Der Druck aus Opposition, Bundesländern und Zivilgesellschaft wirkt. Endlich will die Bundesregierung die diskriminierenden Zugangsbeschränkungen bei der Blutspende lockern. Das ist seit Jahren überfällig, denn die jetzigen Regeln stellen homo- und bisexuelle Männer sowie Transpersonen unter Generalverdacht. Es ist aber völlig unverständlich, warum die Enthaltsamkeitsvorschrift nun auf vier Monate festgelegt werden soll. Vier Monate ohne Sex, auch das ist lebensfremd und willkürlich. Es ist wissenschaftlich völlig unbegründet, warum für bestimmte Personengruppen eine mehrmonatige sexfreie Zeit vorgeschrieben wird. Allein das individuelle Risikoverhalten und nicht die sexuelle oder geschlechtliche Identität sollten bei der Blutspende bewertet werden. Wir fordern weiterhin, alle diskriminierenden Regelungen bei der Blutspende zu beenden, und zwar gesetzlich.

Sven Lehmann
Sprecher für Queerpolitik | Sprecher für Sozialpolitik Koordinator Gewerkschafts- und Sozialbeirat