Statement vom 23.07.2020

Tobias Lindner zu den Plänen des Bundesministeriums der Verteidigung, ein „Jahr für Deutschland“ einzuführen

Zu den Plänen des Bundesministeriums der Verteidigung, ein „Jahr für Deutschland“ einzuführen, erklärt Dr. Tobias Lindner, Sprecher für Sicherheitspolitik:

„Die Pläne eines Halbjahrespraktikums bei der Bundeswehr scheinen mehr von der Forderung der CDU nach einem Dienstjahr als von einer sicherheitspolitischen Logik getrieben zu sein. Auf jeden Fall wirkt diese Ankündigung äußerst unausgegoren und lässt Fragen nach Finanzen, Ausrüstung und personellen Ressourcen zur Ausbildung und Betreuung offen.

Bereits heute besteht die Möglichkeit eines freiwilligen Wehrdienstes in der Truppe. Welchen Mehrwert nun diese sechsmonatige Kurzausbildung für die Bundeswehr haben soll, erschließt sich nicht. Gleichzeitig bedürfen neue freiwillig Dienstleistende nicht nur einer Unterkunft und persönlicher Ausrüstung, sondern auch personeller Betreuung und Fürsorge. Ob und mit welchen Strukturen die Bundeswehr dies vernünftig leisten kann, bleibt unbeantwortet.

Wir erwarten von Annegret Kramp-Karrenbauer, dass sie die Details ihres Vorschlags zuerst dem Verteidigungsausschuss vorstellt, bevor sie nun Fakten schafft.“

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher