Statement vom 20.04.2020

Dr. Kirsten Kappert-Gonther und Maria Klein-Schmeink zur heutigen Pressekonferenz von Bundesgesundheitsminister Spahn

Zur heutigen Pressekonferenz von Bundesgesundheitsminister Spahn erklären Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Sprecherin für Gesundheitsförderung, und Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Gesundheitspolitik:

Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Sprecherin für Gesundheitsförderung, zur Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes:

„Das Personal in den Öffentlichen Gesundheitsämtern muss dringend entlastet werden. Seit Wochen vollbringen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im chronisch unterfinanzierten und unterbesetzten Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) wertvollste Arbeit im Kontaktpersonenmanagement und weit darüber hinaus. Der Beschluss des Corona-Kabinetts lässt offen, ob dadurch flächendeckend ausreichend Personal zur Verfügung steht, da sich die Aufgaben der Ämter von Kommune zu Kommune unterscheiden. Ebenfalls muss sichergestellt werden, dass dem Personal ausreichend Schutzkleidung zur Verfügung gestellt wird und die Ämter besser in das Krisenmanagement auf Bundesebene eingebunden werden. Darüber hinaus muss der Öffentliche Gesundheitsdienst endlich auf eine stabile Finanzierungsbasis gestellt werden. Spätestens jetzt muss allen klar sein, dass Gesundheit mehr als ein individuelles Geschehen ist. Die Stärkung des ÖGD ist nicht nur notwendig für den Infektionsschutz, sondern auch um gute Rahmenbedingungen zur Gesundheitsförderung zu etablieren. Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Stärkung des ÖGD bleibt der 10-Punkte-Plan nur Stückwerk.“

Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Gesundheitspolitik, zur Tracing-App des Robert-Koch-Instituts (RKI):

„Es ist gut, dass die Tracing-App freiwillig bleiben soll, aber Spahn bleibt detaillierte Angaben schuldig, was das genaue epidemiologische Konzept der App ist, welche Qualitätssicherung gewährleistet ist und welche konkreten patientenorientierten Maßnahmen damit verbunden sind. Auf jeden Fall muss die Wahrscheinlichkeit falsch-positiver Ergebnisse auf ein Minimum reduziert werden. Die App ist kein Allheilmittel, sondern muss in ein nutzerorientiertes Handlungskonzept eingebettet werden. Die Menschen dürfen nicht mit der Corona-Warnung allein gelassen werden. Wer von der App vor einer möglichen Infizierung gewarnt wird, muss umfassend über die nächsten Schritte informiert werden. Dazu gehören Informationen zur häuslichen Quarantäne sowie ab wann ein Test sinnvoll ist. Vor allem muss die Aufforderung der App als Begründung für eine Krankschreibung ausreichen, sonst wird das Verfahren unnötig kompliziert.“

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