Statement vom 14.04.2021

Uwe Kekeritz und Steffi Lemke zum WWF-Bericht Stepping up zur globalen Entwaldung für europäische Importe

Zum WWF-Bericht Stepping up zur globalen Entwaldung für europäische Importe erklären Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik, und Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik:

„Deutschland ist in Europa hauptverantwortlich für importierte Entwaldung. Das heißt: Jedes Jahr werden allein für den deutschen Konsum Regenwälder von der Fläche Kölns gerodet, um Soja, Fleisch, Palmöl, Kakao anzubauen. Die EU liegt weltweit an zweiter Stelle, nur China importiert mehr Produkte aus Waldzerstörung. Das zeigt deutlich: Wir müssen unsere Produktionsweise und unser Konsumverhalten ändern, denn die globale Waldvernichtung muss endlich gestoppt werden. Sie ist Haupttreiber für die Klimakrise und das Artensterben. Die Bundesregierung muss deshalb endlich verbindliche entwaldungsfreie Lieferketten und somit einen Importstopp für waldzerstörende Produkte beschließen.

Doch ein Importstopp allein funktioniert nicht, solange die Nachfrage nicht sinkt. Natürlich braucht es auch andere strukturelle Änderungen auf politischer Ebene: Wir dürfen keine Handelsabkommen abschließen, die auf die Ausweitung dieser Agrarimporte setzen. Der Abschluss des EU-Mercosur-Abkommens ist daher ein absolutes No-Go. Stattdessen braucht es einen gerechten Welthandel mit starken ökologischen, sozialen und menschenrechtlichen Regeln. Anstatt in der Entwicklungszusammenarbeit und im internationalen Waldschutz auf marktbasierte Anreize zu setzen und mit dem Agrobusiness zu kooperieren, müssen die Landrechte indigener Völker und traditioneller Gemeinschaften gestärkt und indigene Gebiete demarkiert werden. Nur so werden die Wälder im Globalen Süden effizient geschützt und die Menschenrechte der dort lebenden Menschen gewahrt.“ 

Foto von Steffi Lemke MdB
Steffi Lemke
Parlamentarische Geschäftsführerin Sprecherin für Naturschutzpolitik