Statement vom 19.09.2018

Uwe Kekeritz zu den neuen Weltbankzahlen zur Armut

Zur Veröffentlichung der neuen Weltbankzahlen zur Armut erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

"Die neuen Weltbankzahlen sind Ansporn und Mahnung zugleich. Es ist erfreulich, dass die Zahl der Armen weiter sinkt. Die von der Weltbank durchgeführte Anhebung der Armutsgrenze auf 1,90 Dollar war zwar ein überfälliger Schritt. Angesichts steigender Lebenshaltungskosten müsste sie eigentlich aber weitaus höher liegen. Derartige statistische Kniffe lassen den Kampf gegen die Armut erfolgreicher erscheinen, als er tatsächlich ist. Weiterhin sind viel zu viele Menschen von Armut und Elend betroffen. Obwohl sich die internationale Staatengemeinschaft in den UN-Nachhaltigkeitszielen an erster Stelle dem Kampf gegen die Armut verschrieben hat, sinkt die Zahl der Betroffenen langsamer als zuvor. Gleichzeitig wächst die soziale Ungleichheit weiter an. Um den Menschen in Entwicklungsländern den Weg aus der Armut zu ermöglichen, müssen endlich globale Strukturen verändert werden. Hierzu braucht es eine grundlegend andere Landwirtschaftspolitik, sowie faire Handelsstrukturen, die eine nachhaltige Entwicklung im globalen Süden ermöglichen. Es braucht gesetzliche Regelungen gegen Ausbeutung in internationalen Lieferketten und eine globale Klimapolitik, die die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen verhindert."

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