Statement vom 23.04.2019

Uwe Kekeritz zum Jahrestag der Rana Plaza-Katastrophe in Bangladesch

Zum Jahrestag der Rana Plaza-Katastrophe in Bangladesch erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

„Der Einsturz der Textilfabrik ist zum Symbol für die untragbaren Zustände in der globalen Textilproduktion geworden. Aber auch sechs Jahre nach dem Einsturz des Rana Plaza-Fabrikgebäudes sind die Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern weiterhin verheerend. Nach wie vor werden Arbeitsrechte mit Füßen getreten. Noch immer reicht den Angestellten der Lohn oft nicht zum Leben. Die Arbeit der Gewerkschaften wird behindert und Aktivisten werden verfolgt. Insbesondere Frauen leiden unter der anhaltenden Ausbeutung. Um die Situation zu verbessern, braucht es ein grundlegendes Umdenken auf allen Ebenen. Die meisten Konsumentinnen und Konsumenten greifen immer noch viel zu häufig zum billigsten Produkt, ohne sich Gedanken über die Herstellung zu machen. Zu viele Unternehmen achten mehr auf schnelle Gewinne, anstatt auf nachhaltige Produktionsbedingungen. Die Bundesregierung setzt weiter auf freiwillige Maßnahmen und versäumt es, die Ausbeutung in der globalisierten Wirtschaft zu unterbinden und klare, gesetzliche Standards zu setzen. Es braucht deshalb endlich gesetzliche Sorgfaltspflichten, die Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung einen Riegel vorschieben und gleichzeitig Rechtssicherheit für Unternehmen schaffen. So können dann auch Kundinnen und Kunden sicher gehen, dass ihre Kleidung unter menschenwürdigen Bedingungen produziert wurde.“

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