Statement vom 22.06.2021

Uwe Kekeritz zum Oxfam-Bericht „Pandemie-Profiteure und Virus-Verlierer*innen“

Zum Oxfam-Bericht „Pandemie-Profiteure und Virus-Verlierer*innen“ erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

„Die Markt- und Machtkonzentration im deutschen Einzelhandel ist ein drängendes Problem – und das bereits seit etlichen Jahren. Die Corona-Pandemie verschärft die bestehenden Missstände nun zusätzlich. Während die Supermarktketten ihre Gewinne in COVID-Zeiten enorm steigern konnten, zahlen diejenigen Menschen die Zeche, die entlang internationaler Lieferketten unter unwürdigen Bedingungen schuften.

Besonders Frauen sind von den Ausbeutungsverhältnissen betroffen. Viele haben durch unterbrochene Lieferketten selbst diese bescheidenen Einkommensmöglichkeiten verloren. Denjenigen, die noch Arbeit haben, reicht der Lohn oft nicht zum Leben, da der Preisdruck in den vergangenen Jahren gnadenlos erhöht wurde.

Leider hat die Bundesregierung mit ihrem Liefekettengesetzchen die Chance auf Veränderung in internationalen Lieferketten vertan. Leidtragende sind die Menschen in den Produktions-, An- und Abbauländern, denen die Aussicht auf ein besseres Leben genommen wird. Über ihr Schicksal wird auch an deutschen Supermarktkassen entschieden.“