Statement vom 30.09.2020

Uwe Kekeritz zur Ankündigung von Entwicklungsminister Müller, einen internationalen Naturerbe-Fonds zu gründen

Zur Ankündigung von Entwicklungsminister Müller, einen internationalen Naturerbe-Fonds zu gründen, erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

„Der Schutz der Biodiversität ist eine der großen Aufgaben unserer Generation. Dafür braucht es internationale Kooperation und ausreichende Finanzmittel. Wichtig ist jedoch nicht nur das Ob, sondern auch das Wie. Anstatt Millionen in den wenig inklusiven Aufbau neuer Schutzgebiete zu stecken, sollte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auf eine Stärkung der Landrechte für indigene und lokale Gemeinden setzen. Für die Implementierung von Naturschutzprogrammen müssen außerdem lokale NGOs in Partnerländern verstärkt gefördert werden, anstatt allein auf die Expertise internationaler Organisationen aus dem Globalen Norden zu setzen.

Denn leider ist die Herangehensweise im Globalen Norden bei diesem Thema oft immer noch immer kolonialistisch geprägt. Häufig etwa beschließen Staaten und NGOs aus dem Globalen Norden, ökologisch besonders wertvolle Gebiete im Globalen Süden unter Schutz zu stellen. Den betroffenen Ländern werden die Finanzmittel für die Schutzprogramme zur Verfügung gestellt. Aber implementiert werden die Initiativen dann oft nicht durch lokale, sondern internationale Umweltschutzorganisationen. Das ist paternalistisch. In den Gebieten lebende Menschen, insbesondere indigene Gruppen, werden häufig kaum konsultiert, geschweige denn als aktive und kompetente Akteure beim Schutz der Gebiete betrachtet. Dabei ist empirisch belegt, dass Wald- und Umweltschutz dort am besten gelingt, wo die indigene oder lokale Bevölkerung Rechtssicherheit über ihr Land hat und die Schutzgebiete selbst verwaltet.“

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