Statement vom 30.07.2019

Wir sollten einen Moment innehalten

Nach dem Mordanschlag am Frankfurter Hauptbahnhof erklärt Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende:

„Solche Taten sind entsetzlich und abscheulich. Das Leid der Hinterbliebenen ist unermesslich. Wir sollten einen Moment innehalten und uns fragen, wie wir mit solchen Taten umgehen. Dabei ist die nötige, konsequente Strafverfolgung das eine. Hier vertraue ich auf unseren Rechtsstaat. Der gesellschaftliche Diskurs ist das andere. Aus furchtbaren Taten und Leid dürfen nicht Hass und Hetze entstehen. Ruhe, Vernunft und Besonnenheit sind angesagt und, wie es gestern  in Frankfurt geschah: Hilfe, Solidarität, Mitgefühl und Zusammenstehen.

Es besorgt mich, wenn menschliches Leid – egal von wem und egal durch wen – instrumentalisiert wird. Der Mord an Walter Lübcke hat uns erschüttert, in Wächtersbach wurde ein Mensch aufgrund seiner Hautfarbe niedergeschossen, gestern die unfassbare Tat in Frankfurt. Es geht nicht darum, woher Täter oder Opfer kommen, denn unser Rechtsstaat handelt eben davon unabhängig. Das macht ihn stark und die Demokratie aus. Das ist es, was wir zu verteidigen haben.

Hier kommt dem Bundesinnenminister eine zentrale Verantwortung zu. Er hat richtigerweise darauf hingewiesen, dass eine Bewertung erst seriös möglich ist, wenn die Hintergründe aufgeklärt sind. Ich wünsche mir, dass er bei diesem Kurs bleibt.“

 

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher