Spatz sitzt im Nasenloch einer Tierstatue
© Ujvari/dpa

Spatz: bald ausgestorben

Jeder kennt sie, die frechen Spatzen, die in Biergärten und Cafés in Scharen ganz zutraulich auf und unter den Tischen herumhüpfen, um den einen oder anderen Brotkrümel zu ergattern. Der Haussperling, wie der Spatz offiziell heißt, liebt die Menschen. Aber in den letzten Jahrzehnten hat selbst dieser robuste Vogel immer größere Schwierigkeiten, in der Nachbarschaft des Menschen zu überleben. In den europäischen Metropolen London und Paris gibt es den Spatz fast überhaupt nicht mehr. Auch im Stadtpark von Hamburg fliegt und hüpft kaum noch ein Spatz herum. In vielen großen Städten ist er (fast) ausgestorben.

Spatzen sind typische Gebäudebrüter. Durch Sanierung und Modernisierung der Häuser werden Nischen, Spalten und Hohlräume verschlossen und versiegelt. An den glatten Fassaden kann kein Spatz mehr brüten. Es gibt keine Misthaufen mehr, auf denen sich der Dreckspatz suhlen kann, und in Parks und Gärten stehen heute viel zu viele eingeführte Zierpflanzen wie Rhododendron und Kirschlorbeer, die der Spatz gar nicht mag. Er hält sich viel lieber in Gärten mit heimischem Gestrüpp auf. Hinzu kommt, dass der Spatz für seine Jungen zu wenig Nahrung findet. Denn im Gegensatz zu ihren Eltern brauchen die Jungvögel Insekten. So müssen viele der Jungspatzen verhungern.

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