Beschädigter Deich aus Beton und Ziegelsteinen
© Jens Wolf/ZB

Elbauen: begradigt

Nach Rhein und Donau ist die Elbe Deutschlands drittgrößter Strom. Ein Drittel der etwas mehr als tausend Flusskilometer ist von der UNESCO als Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe anerkannt. Davon liegen 303 Flusskilometer in Sachsen-Anhalt. Das Reservat ist eine der nur noch wenigen naturnahen Flusslandschaften Mitteleuropas. Hier grünt, blüht und lebt es. Viele unterschiedliche Pflanzen und Tiere finden hier alles, was sie brauchen, Schutz, Nahrung, Wasser. Alte Eichen, Moore, Binnendünen, steile Geestkanten sowie ausgedehnte Wiesenlandschaften machen diese wilde Flusslandschaft geheimnisvoll und abenteuerlich.

Doch sie ist bedroht: Trotz des Schutzstatus wurde und wird gebaggert, geholzt, begradigt und vertieft, um aus der Elbe eine ganzjährig befahrbare Wasserstraße zu machen, obwohl dem Fluss im Schnitt mehr als vier Monate im Jahr die nötige Wassermenge fehlt und insgesamt nur sehr wenige Schiffe auf diesem Elbabschnitt fahren. Der Elbausbau hat bereits viele Uferpartien zerstört, und die Vertiefung der Flusssohle lässt den Wasserspiegel stetig sinken. Auwälder, Feuchtwiesen und Gewässer trocknen aus, und dieses Paradies wird sinnlos zerstört.

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