Bäume auf einer Wiese, daneben Menschen auf einem Trampelfpad
© R. Schallehn

Mainzer Sand: zerschnitten

Der Ausbau der A 643 zwischen Mainz und Wiesbaden beschäftigt die Region.

Die Autobahn durchschneidet ein einzigartiges Naturschutzgebiet: den Mainzer Sand, eine sandige und steinige Steppenwüste mitten in Europa. Er ist Lebensraum seltener Pflanzen wie der Sand-Silberscharte, die besonders geschützt ist und auf der Roten Liste steht.

Nun soll die Autobahn auf sechs Spuren erweitert und Lärmschutzwände errichtet werden. Seit Jahren kämpfen Naturschutzverbände und die Bürgerinitiative „Nix in den Mainzer Sand setzen“ gegen diesen Autobahnausbau. Zusätzliche Autobahnspuren und Lärmschutzwände würden die Existenz des gesamten Mainzer Sands gefährden und ein Ende der dort lebenden Sand-Silberscharten bedeuten. Der Schattenwurf der Lärmschutzwände hätte erhebliche Auswirkungen auf das lokale Klima und würde die steinige Steppenwüste zerstören. Der Mainzer Sand darf nicht in den Schatten gestellt werden, der Autobahnausbau muss verhindert werden. Nun wurde zusammen mit der Stadt Mainz und der Landesregierung ein Kompromiss gefunden: eine sogenannte 4+2-Lösung, bei starkem Verkehr sollen die Seitenstreifen geöffnet werden. Das heißt, es gibt keine zusätzlichen Autobahnspuren, sondern die Seitenstreifen werden verbreitert. So wären auch die klimaverändernden Lärmschutzwände vom Tisch. Aber noch ist nicht klar, ob diese Lösung tatsächlich so umgesetzt wird.

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