Fliegende Libelle
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Libelle: Heimatlos

Die Grüne Mosaikjungfer ist vom Aussterben bedroht. Ihre zarten, filigran gezeichneten Flügel haben eine Spannweite von 8,5 Zentimetern. Diese Libelle überlebt nur mit einer einzigen Pflanze und nur dort, wo die Wasseraloe in großen Kolonien im Wasser steht. Diese Pflanze wächst in warmem, windgeschütztem, schlammigem Wasser von Talauen, Altwässern, Gräben und Tümpeln. Die Wasseraloe ist das Zuhause der Mosaikjungfer: ist Liebeslaube, Kreißsaal und Larvenwiege.

Besonders wohl fühlt sie sich in den Naturschutzgebieten Werderland und Hollerland in der Nähe von Bremen. Den größten Teil ihres zwei- bis dreijährigen Lebens verbringt die Libelle als Larve im Wasser, nur sechs bis acht Wochen ihres Lebens fliegt sie.

Jetzt sind die Brutstätten der Mosaikjungfer akut bedroht. Das Klima hat sich gewandelt, weniger Regen lässt im Sommer den Wasserstand in den Flüsschen und Gräben zu sehr schwanken. Das Wasser verschlammt und verdreckt. Hinzu kommt die industrielle Landwirtschaft, die die Wassergräben aus wirtschaftlichen Gründen trockenlegen lässt. Vereinzelt reißen sogar Angler die Wasseraloe zum besseren Fischen heraus. So geht zuerst die Wasseraloe ein und mit ihr der Nachwuchs dieser schönen grünen Libelle, der ohne die Wasserpflanze keine Chance hat, zu überleben.

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