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Drogenpolitik neu ausrichten

Flyer: Drogenpolitik: Kontrolle statt Verbot

Flyer: Drogenpolitik: Kontrolle statt Verbot

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Drogen Sucht, Gesundheit, Prävention

 

Die weltweiten Bemühungen, den Drogenmarkt mit repressiven Mitteln einzudämmen, sind nicht erfolgreich. Keines der 1998 von der „Sondersitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum Weltdrogenproblem (UNGASS)“ definierten Ziele wurde bislang erreicht. Weder die Nachfragereduzierung noch die Vernichtung illegalen Anbaus waren erfolgreich.

Die Drogenprohibition ist Teil des Problems und nicht dessen Lösung. Für ihren Nutzen gibt es keine, für ihre Nachteile viele Belege. Schon 2011 forderten daher der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan und Nato-Generalsekretär Javier Solana sowie weitere ehemalige Präsidenten, Regierungschefs und Außenminister in der Global Commission on Drug Policy ein Ende des realitätsblinden Weiter-So. Auch in Deutschland kritisierten 123 renommierte Strafrechtsprofessorinnen und -professoren das bestehende Betäubungsmittelrecht und forderten dessen Evaluation.

Viele gesundheitliche Schäden, wie HIV, Hepatitis C oder andere Krankheiten, werden auch in Deutschland nicht von den Drogen selbst, sondern von einer repressiven Drogenpolitik verursacht. Abhängige und Konsumentinnen und Konsumenten werden krank oder sterben, weil sie kein sauberes Spritzbesteck erhalten oder weil die Bestandteile und die Wirkstoffkonzentration der auf dem Schwarzmarkt gehandelten Substanzen unklar sind. Die vielfach repressive Drogenpolitik in Deutschland behindert effektive Hilfsangebote. Nicht zu unterschätzen sind auch soziale Konsequenzen wie Erwerbs- und Obdachlosigkeit, Stigmatisierung und Kriminalisierung –
gerade auch junger Menschen.

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