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Zeitschrift: profil:GRÜN, Ausgabe Juli 2014

Zeitschrift: profil:GRÜN, Ausgabe Juli 2014

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Wirtschaft, Verbraucherschutz

Liebe Leserin, lieber Leser,

Deutschland ist ein Land mit vielen Möglichkeiten. Deutschland hat engagierte, solidarische Bürgerinnen und Bürger. Seine Unternehmen sind innovativ und in der ganzen Welt erfolgreich. Eine kreative Wissenschaft arbeitet an zukunftsweisenden Lösungen. Wir könnten erheblich zur Bewältigung der großen Herausforderungen unserer Zeit beitragen: zum Stopp der Klimakatastrophe, zu einer gerechteren Welt.

Doch die Große Koalition regiert unser Land weit unter Niveau. Ob Rentenpaket, EEG-Reform oder Bildungspaket – hinter plakativen Überschriften verbergen sich mikroskopisch kleine Schritte, wo große Sprünge nötig wären. Einen Zukunftsentwurf sucht man vergebens. Wir als Opposition setzen diesem unambitionierten Klein-Klein mutige Alternativen entgegen. Es gilt, die Potenziale unseres Landes zu nutzen. Wir Grüne im Bundestag stehen für einen ernsthaften ökologischen Umbau. Wir wollen den Weg in eine Bildungsrepublik bereiten, die diesen Namen verdient. Und wir tolerieren keine Armut, weder bei den Kleinsten noch bei den Alten.

Auch mehr internationale Verantwortung zu übernehmen, wie Bundespräsident Gauck es von Deutschland eingefordert hat, würde uns gut anstehen. Zurzeit halten Krisen in naher und mittlerer Nachbarschaft – in der Ukraine und im Irak – die ganze Welt in Atem. Doch beide Konflikte entziehen sich einfachen Antworten. Sie zeigen, wie falsch es wäre, Gaucks Einwurf auf die Frage von Militäreinsätzen zu reduzieren. Solche Einsätze können und dürfen nur das allerletzte Mittel sein.

Was die Vereinten Nationen zur Prävention und Krisenlösung brauchen, sind vor allem Fachkräfte – Richter, Polizisten, Justizberater. Aber nur 19 deutsche Polizisten sind weltweit im UN-Einsatz. Auch in der Entwicklungszusammenarbeit liegt Deutschland weit unter dem Schnitt der reichen Industrieländer. Wir engagieren uns zwar bei der Flüchtlingshilfe in Syrien, 10.000 Menschen haben in Deutschland Zuflucht gefunden, doch von großer Verantwortungsbereitschaft zeugt das nicht. Das kleine Schweden nimmt in Relation zu seiner Bevölkerung etwa das Zehnfache an Flüchtlingen auf. Wir Grüne im Bundestag sehen Deutschland in der Pflicht, mit diplomatischen, zivilen und humanitären Mitteln stärker zur Lösung internationaler Krisen beizutragen. Unser Engagement richten wir darauf, die dafür erforderlichen Handlungsmöglichkeiten auszuschöpfen und zu stärken.

Herzlich,
Dr. Anton Hofreiter
Fraktionsvorsitzender

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In dieser Ausgabe lesen Sie: 

Nur fairer Handel ist freier Handel
Vor etwa einem Jahr haben sich die USA und die EU auf den Weg zu einem transatlantischen Freihandelsabkommen gemacht, doch führt der Weg in die falsche Richtung, erklärt Katharina Dröge.

Das kannst du laut sagen!
Unser Sommerinterview mit den beiden Fraktionsvorsitzenden

Porträt: Mutlu heißt glücklich!

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