Deutsche Islam KonferenzDritte Phase - alte Mängel

Kölner Moschee

Die Deutsche Islam Konferenz geht in ihre dritte Phase. Die Re-Orientierung an religionspraktischen Fragen ist sehr zu begrüßen. Aber ohne die Beschäftigung mit dem Problem, wie wir im Rahmen unseres Religionsverfassungsrechtes zu anerkannten und gleichberechtigten Religionsgemeinschaften kommen, ist die Arbeit der DIK nur wenig sinnvoll.

Wir begrüßen, dass Bundesinnenminister Thomas de Maizière die Deutsche Islam Konferenz (DIK) weiterführen möchte und dass er dabei – im Gegensatz zu früher – mit allen islamischen Verbänden zusammenarbeitet. Auch die Beschäftigung mit Fragen der Seelsorge und der Gründung von Wohlfahrtsverbänden gehört zur Integration „des Islam“ in Deutschland selbstverständlich dazu. Für uns ist allerdings wichtig, dass zwei Geburtsfehler der DIK behoben werden:

Einerseits ist die religionsverfassungsrechtliche Frage endlich zentral auf die Tagesordnung zu stellen, wie und unter welchen Bedingungen islamische Religionsgemeinschaften im Sinne des Grundgesetzes gebildet werden können. Ohne diese Frage zu beantworten, ist die Beschäftigung mit Einzelfragen nur wenig sinnvoll.

Bundestag beteiligen

Andererseits muss im Interesse der Transparenz endlich der Bundestag an den Beratungen der DIK beteiligt werden. Es bleibt scheinheilig, wenn der Versuch gemacht wird, möglichst das ganze Spektrum muslimischen Lebens abzubilden, aber auf der anderen Seite die gewählte Volksvertretung außen vor bleibt. Wir sind überzeugt: Von einem Mitwirken des Bundestages profitieren alle Seiten!

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