RentenlückeFrauen haben im Alter mehr verdient

Ältere Frau im Rentenalter

Frauen arbeiten genauso viel wie Männer – mindestens. Ihr Pech: Sie werden für diese Arbeit entweder gar nicht bezahlt oder eben deutlich schlechter als Männer. Ihr doppeltes Pech: Die Rente ist ein Spiegelbild des Erwerbslebens.

Wer viel und lange mit Erwerbsarbeit verdient, erhält eine höhere Rente. Wer aber Kinder erzieht, Angehörige pflegt oder in typischen Frauenberufen tätig war, erwirkt sehr überschaubare Rentenansprüche. So beträgt die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen rund 53 Prozent. Das bedeutet, dass das durchschnittliche Einkommen von Frauen im Alter nur 47 Prozent von dem der Männer beträgt. Das ergab die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion.

Rentenlücke schließen

Diese Rentenlücke hat sich innerhalb der letzten zwanzig Jahre nur schrittweise verringert. Geht der Trend so weiter, würde es noch bis zum Jahr 2080 dauern, bis diese Lücke geschlossen ist. Im Gegensatz zur Bundesregierung geht uns das viel zu langsam.

Wir treten daher dafür ein, dass zu allererst die vielen Benachteiligungen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt behoben werden. Das heißt konkret, endlich Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen herzustellen, typische Frauenberufe durch bessere Bezahlung aufzuwerten, die Kinderbetreuung auszubauen, eine „flexible Vollzeit“ sowie ein Rückkehrrecht auf Vollzeit einzuführen.

Diese Maßnahmen auf dem Arbeitsmarkt ermöglichen Frauen bessere Erwerbschancen und die Möglichkeit, eigene Rentenansprüche aufzubauen. Doch auch Veränderungen beim Rentenrecht können dazu beitragen, die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen zu schließen und letzteren eine eigenständige Alterssicherung zu ermöglichen.

Rentenrecht reformieren

Hierfür brauchen wir allerdings nicht weniger als einen emanzipatorischen Aufbruch in der Rentenpolitik. Wir setzen uns dafür ein, dass das komplette Rentenrecht darauf ausgerichtet wird, den Ansprüchen einer eigenständigen Alterssicherung gerecht zu werden sowie die partnerschaftliche Aufteilung der Familienarbeit zu fördern. Zur Verhinderung von Altersarmut wollen wir eine steuerfinanzierte Garantierente einführen, von der insbesondere Frauen profitieren.

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1 Kommentar
Ohne Sozialstaat hat die Demokratie keinen Bestand
Klaus van Wahnen 24.07.2017

Von 500€ Erwerbsminderungsrente kann ich nicht leben. Derzeit sehe ich meine im Grundgesetz garantierte Menschenwürde verletzt.
Der Sozialabbau in Deutschland gefährdet den Bestand unserer Demokratie.
Das eine Demokratie ohne Sozialstaat nicht funktioniert sieht man in den USA oder Polen.

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