Leben im AlterRente mit Zukunft

Hermann Döbber (79, TuS Sythen) sprintet am 08.07.2016 beim 100 Meter Lauf (Startklasse M80) bei den Deutschen Senioren-Meisterschaften der Leichtathletik in Leinefelde-Worbis (Thüringen). Bei den Senioren-Meisterschaften vom 8. bis 10. Juli gehen 1300 Leichtathleten an den Start.
Wir setzen uns für eine stabile Rente, die ein gutes Leben im Alter ermöglicht, ein und wollen Menschen verlässlich vor Armut im Alter schützen.

Es ist wichtig, heute ehrlich über das Jahr 2030 hinaus zu blicken. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger fragen sich, wie sie ihren Ruhestand sichern können, wenn das Rentenniveau immer weiter sinkt und auch die Riester-Rente hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Wir wollen eine stabile Rente, die ein gutes Leben im Alter ermöglicht, auch für jene Bürgerinnen und Bürger, die (zeitweise) wenig verdient, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt haben, arbeitslos oder dauerhaft erkrankt waren.

Mit zahlreichen Initiativen haben wir uns dafür eingesetzt, dass die Bürgerinnen und Bürger die Sicherheit bekommen, dass sich ihre Beiträge im Alter für sie auszahlen und sie vor Armut im Alter geschützt sind.

Grüne Forderungen

  • Wir fordern die Einführung einer Bürgerversicherung mit dem Ziel, dass alle Bürgerinnen und Bürger in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden. Schon heute müssen in einem ersten Schritt nicht anderweitig abgesicherte Selbständige, Minijobberinnen und -jobber, Langzeitarbeitslose und Abgeordnete in die gesetzliche Rentenversicherung aufgenommen werden.
  • Das Rentenniveau muss stabilisiert werden. Das heutige, gegenüber dem Jahr 1998 bereits erheblich abgesenkte Rentenniveau sollte nicht weiter fallen. Dabei müssen Rentenniveau und Beitragssatz in einem angemessenen Verhältnis stehen, sodass auch die junge Generation weiter in die gesetzliche Rente vertrauen kann.
  • Wir wollen eine Garantierente für langjährig Versicherte zur Verhinderung von Altersarmut. Menschen, die den größten Teil ihres Lebens versichert waren, die gearbeitet haben, Kinder erzogen, andere Menschen gepflegt oder sonstige Anwartschaften in der Renten-versicherung erworben haben, sollen im Alter eine Rente beziehen, die oberhalb der Grundsicherung liegt - ohne Bedürftigkeitsprüfung und ohne Anrechnung von betrieblicher und privater Altersvorsorge.
  • Frauen muss eine eigenständige Existenzsicherung ermöglicht werden. Die geschlechtsspezifische Rentenlücke muss geschlossen werden. Hierbei müssen in erster Linie die Benachteiligungen von Frauen am Arbeitsmarkt beseitigt sowie die bessere Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit ermöglicht werden.
  • Berücksichtigt werden muss die besondere Situation von Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentnern, von Menschen mit Behinderungen und besonders belasteten Beschäftigten.
  • Die Einnahmesituation der gesetzlichen Rentenversicherung muss gestärkt werden, indem versicherungsfremde Leistungen wie die sogenannte Mütterrente aus Steuern bezahlt werden und die Erwerbsbeteiligung insbesondere von Frauen und Älteren erhöht wird.
  • Wir fordern die Einführung eines öffentlich verwalteten, einfachen, kostengünstigen und sicheren Basisprodukts (Bürgerfonds). Gleichzeitig sollen Arbeitgeberinnen und -geber ihren Beschäftigten in jedem Fall eine Betriebsrente anbieten und mit einem eigenen Arbeitgeberbeitrag unterstützen. Dem Bürgerfonds soll hierbei eine besondere Rolle zukommen. Um die private Altersvorsorge zu stärken, gilt es, die Förderung stärker auf Geringverdienende zu konzentrieren.
  • Die Renteneinheit muss unverzüglich vollendet werden. Es braucht ein gleiches Rentenrecht in Ost und West.

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2 Kommentare
Kein Durchblick
Ingrid.Aumaier-Sauereisens 30.04.2017

selber Pensionen kassieren und für diejenigen Gesetze machen, die das System der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten. Mit der Rentenreform aus 2000 unter rot-grüne werden zuverlässig Niedrigrenterinnen produziert. Wer von den selber bestens versorgten Abgeordneten wollte das damals ? Wenn es richtig hart wird mit der Senkung des Rentenniveraus werden die Wahlbeteiligungen eine deutliche Sprache sprechen. Das kann keine Partei wollen. Noch gehen RentnerInnen zur Wahl, aber das wird sich bald ändern und dann ist es zu spät. Ob sich noch jemand traut umzusteuern unter dem Druck von Versicherungslobby und Arbeitgebern? Ob den Parteien der soziale Friede das wert ist?

Stellungnahme zum Programm
Rico Heinemann 04.05.2017

Die in unserem Wahlkampfprogramm geforderten Punkte zur Rentenstruktur und Einzahlungsmodalität werde ich bei der BDK in Berlin unterstützen.
Weitergehend müssen jedoch die Ursachen das niedrigen Rentenniveous erkannt werden.
In Thüringen wird ein Heer von Mindestlohnarbeitern beschäftigt, welche überhaupt nicht die Möglichkeit haben eine Rente zu erlangen welche auskömmlich ist. Auch ist es in diesem Arbeitsstand nicht möglich eine private Vorsorge zu treffen.
Es ist beschämend zu sehen, dass Firmen, mit diesem Modell auch noch staatliche Unterstützung zur Schaffung von Arbeitsplätzen erhalten.
Ein

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