RenteWahlmöglichkeiten beim Übergang in den Ruhestand

Eine Frau geht durch eine Drehtür

Wahlmöglichkeiten beim Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand – das möchten mehr als 80 Prozent der Menschen in Deutschland. Tatsächlich sind sie aber nur für wenige Realität. Doch gerade, wenn die allgemeine Lebensarbeitszeit sich verlängert, werden flexible Wege in die Rente immer wichtiger. Dies gilt besonders für diejenigen, die in ihrem Beruf großen Belastungen ausgesetzt sind.

Manchmal ist schon mit 60 Schluss

Auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber klagen über einen Fachkräftemangel. Zwar hat sich die Beschäftigungssituation Älterer verbessert und gesundheitlich beeinträchtigte Personen können durch Rehabilitation, betriebliche Wiedereingliederung beziehungsweise individuelle Anpassung des Arbeitsumfelds immer häufiger ihren Arbeitsplatz behalten. Doch leider gelingt insbesondere Beschäftigten in besonders belasteten Berufen noch zu selten der nahtlose Übergang von einem Beschäftigungsverhältnis in die Rente.

Seit Monaten haben Union und SPD versucht sich zu einigen. Jetzt liegt ein Gesetzentwurf vor. Er hat zum Ziel, die Inanspruchnahme der Teilrente zu erhöhen sowie das Weiterarbeiten über die Regelaltersgrenze hinaus attraktiver zu machen. Zwei Ziele, die mit dem vorliegenden Entwurf nicht erreicht werden.

Eine Teilrente ab dem 63. Lebensjahr ist für Viele zu spät!

Vielen Beschäftigten könnte es helfen, wenn sie in Teilzeit arbeiten und gleichzeitig eine Teilrente beziehen könnten. Leider soll das nach dem Entwurf der Bundesregierung auch in Zukunft erst ab dem 63. Lebensjahr möglich sein. Das ist für Viele zu spät. Für Viele stellen auch die enormen Abschläge ein Hindernis dar. Darauf gibt die Bundesregierung gar keine Antwort. Hier müssen Arbeitgeber und Parlament über einen Ausgleich nachdenken, zumindest für die Beschäftigten mit den größten gesundheitlichen Problemen. Beschäftigte und Arbeitgeber sollten auch ausnahmslos für einen früheren (Teil-)Ausstieg aus dem Erwerbsleben vorsorgen und freiwillig Beiträge zum Ausgleich von Abschlägen zahlen dürfen. Heute können solche Einzahlungen ab dem 55. Lebensjahr vorgenommen werden. Dies wird nur in sehr begrenztem Umfang genutzt, weil ein relativ hoher Betrag einzuzahlen ist. In Zukunft sollen zusätzliche Beiträge bereits ab dem 50. Lebensjahr geleistet werden. Der Zeitraum, in dem vor einen vorzeitigen Renteneintritt vorgesorgt werden kann, bleibt damit viel zu kurz. Diese Regelung dürfte ins Leere laufen.

Mehr Wahlfreiheit auch nach der Regelaltersgrenze

Auf der anderen Seite müssen wir deutlich mehr für die tun, die auch nach der Regelaltersgrenze weiterarbeiten können und wollen. Denn nicht selten merken Arbeitgeber erst nach Verabschiedung ihrer Angestellten, wie groß die Lücke ist, die sie hinterlassen haben. Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, warum Arbeitgeber zwar Sozialbeiträge für ihre beschäftigten Rentnerinnen und Rentner zahlen, diese aber nicht in Form höherer Renten ankommen. Das muss und soll sich ändern. Es ist richtig und wichtig, sowohl vor als auch nach der Regelaltersgrenze für mehr Flexibilität zu sorgen. Nur so können wir zu mehr Wahlfreiheit und Selbstbestimmung kommen, für gesunde wie auch für belastete Beschäftigte und sicherstellen, dass alle länger am Erwerbsleben teilhaben.

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