Liebe Freundinnen und Freunde der grünen Biodiversitätspolitik,

ein schönes, erfolgreiches und artenreiches Jahr 2015 wünschen wir Euch. Dieses Jahr werden wir verstärkt für eine ökologische Agrarwende arbeiten. Denn die industrielle Landwirtschaft schadet Natur und Mensch massiv, sie ist der Hauptverursacher für den Artenschwund in Deutschland: 50 Prozent weniger Vögel als noch vor 30 Jahren leben heute auf unseren Äckern. Die Agrarindustrie muss weg von totgespritzten monotonen  Äckern hin zu einer naturverträglichen Landwirtschaft. Eine Kehrtwende muss her!

Im Herbst 2014 haben wir noch wichtige Akzente gesetzt, beispielsweise mit einer Festveranstaltung für 25 Jahre Grünes Band, wir haben drei Millionen Euro gegen die Wilderei im Haushalt erkämpft und wir haben uns weiter für den ökologischen Hochwasserschutz eingesetzt.

Mit diesem Newsletter informieren wir regelmäßig über unsere parlamentarische Arbeit in den Bereichen Biodiversität und Naturschutz. Wer den Newsletter auch weiterhin beziehen möchte, bekommt ihn weiterhin automatisch zugeschickt, zum Abmelden bitte hier klicken. 

Mit herzlichen Grüßen
Die Redaktion

Aktuelles aus unserer Fraktionsarbeit:

Kleine Anfragen

Meeresschutz
Laut EU muss unser Meer bis 2020 in einem günstigen Umweltzustand sein. Dazu muss Deutschland einen entsprechenden Maßnahmenkatalog vorlegen, wie in der EU-Meeresstrategierahmenrichtlinie gefordert. Dass wir von den Maßnahmen nichts zu erwarten haben und der Meeresschutz auch in Ressortabstimmungen unter die Räder kommt, macht unsere Kleine Anfrage zum Wirksamen Meeresschutz deutlich.

Erhalt der biologischen Vielfalt
Mit der Kleinen Anfrage zum Stand der Umsetzung der Strategischen Plans 2011-2020 zum Erhalt der Biologischen Vielfalt zeigten wir auf, dass die Ziele nicht bis 2020 erreicht sein werden. Auf der Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonferenz in Südkorea wurde das auch für die internationale Ebene bestätigt. Im Global Biodiversity Outlook 4, analog zum Bericht zur Lage der Natur weltweit, wurde deutlich, dass die meisten Indikatoren sich sogar verschlechterten.

Grüne Infrastruktur
Den fehlenden Fortschritt bei der Vernetzung der Lebensräume, unsere sogenannte Grüne Infrastruktur, haben wir in einer Kleinen Anfrage angeprangert. Das Ziel aus dem Jahr 2002, ein zusammenhängendes Biotop von mindestens zehn Prozent der gesamten Landesfläche zu schaffen, ist bis heute nicht erreicht und die Bundesregierung bleibt untätig.

Illegales Holz
Die Bundesregierung ignoriert den illegalen Handel mit Tropenholz. Trotz der EU-Regelung gegen illegalen Holzimport ist illegal gerodetes Tropenholz weiterhin auf dem deutschen Markt. Verschiedene NGOs und Marktstudien haben Verstöße aufgedeckt. Nur die Vollzugsbehörde stochert im Dunkeln und findet nichts. Nicht verwunderlich, wenn man Kontrollen vorher ankündigt. In einigen Ländern wird der Anteil des illegal geschlagenen Holzes auf 90 Prozent geschätzt. Angesichts dieser Waldzerstörung erkennt die Bundesregierung an, dass staatliche Dokumente einiger Länder nicht verlässlich und allein nicht ausreichend seien, um die Legalität des Holzes zu belegen. Doch statt den Regenwald konkret und schnell zu schützen, zieht sich die Bundesregierung auf Allgemeinplätze zurück und lehnt ein Importstopp aus den betroffenen Ländern ab. In unserer Kleinen Anfrage zu illegalem Holz auf deutschem Markt entwirft sie keine einzige konkrete Maßnahme, um den Import zu stoppen.

Wissenswertes

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen hat ein Sondergutachten "Stickstoff: Lösungsstrategien für ein drängendes Umweltproblem" vorgestellt und fordert eine nationale Stickstoffstrategie. Die planetarischen Grenzen für Stickstoff sind schon längst überschritten und Ökosysteme sind in ihrer Stabilität gefährdet. Die EU rügt Deutschland besonders für seine mangelnde Umsetzung und den fehlenden Vollzug. Es droht sogar ein Vertragsverletzungsverfahren.

Im Themenheft Natur und Landschaft vom BfN wurden in der Ausgabe 9/10 2014 Langzeitstudien zu Biodiversitätsverluste im Acker- und Grünland vorgestellt. Die Zahlen lesen sich verheerend: So ging zum Beispiel in Norddeutschland die Fläche des artenreichen mittelfeuchten Grünlands und des Feuchtgrünlands um rund 85 Prozent zurück innerhalb der letzen 50 Jahre. Im Ackerland verringerte sich die potenziell für Ackerwildkräuter besiedelbare Fläche um etwa 95 Prozent.

Impressum

 

++ Herausgeberin ++
Bündnis 90/Die GrünenBundestagsfraktion
Platz der Republik 1
11011 Berlin
http://www.gruene-bundestag.de

++ V.i.S.d.P. ++
Arnd Grewer
Wiss. Koordinator Arbeitskreis 2

++ An- und Abmeldung ++
In der Rubrik Newsletter können Sie Newsletter an- und abmelden und weitere Newsletter bestellen.

++ Copyright ++
Alle Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.
(c) Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

4394310