15 Jahre UN-Resolution 1325Frauen in Friedensprozessen

Tausende Frauen nahmen am 12. Mai 2015 an einer Friedensdemonstration in Bamako, Mali, teil.

Seite 2: Mehr Frauen in internationalen Friedensmissionen

Die Studie stellt auch fest, dass sich das internationale Umfeld seit 2000 erheblich verändert hat. Es finden zwar weltweit weniger Kriege statt, aber die, die existieren, sind durch enorme Brutalität und Gewaltexzesse im unmittelbaren Umfeld der Zivilbevölkerung gekennzeichnet. Frauen sind hiervon in besonderer Weise betroffen. Ihre Rechte gelangen jedes Mal an einen Tiefpunkt, sobald militärische Gewalt ins Spiel kommt. Zivile Krisen- und Gewaltprävention erhält deutlich weniger Aufmerksamkeit als die militärische Krisenreaktion.

Die Studie fordert mehr Beteiligung von weiblichem Personal sowohl in militärischen als auch polizeilichen Missionen. Überall dort, wo weibliche Soldatinnen oder Polizistinnen im Einsatz waren, war die Resonanz in der lokalen Bevölkerung viel größer. Und sie haben auch langfristig etwas zur Entwicklung der Gesellschaft beigetragen. Die erste rein weibliche Polizei-Einheit aus Indien hat nach der Stationierung in Liberia die dortige weibliche Bevölkerung motiviert, selbst in den Polizeidienst einzutreten. Der Anteil von Frauen in der liberianischen Polizei stieg in nur fünf Jahren von 13 auf 21 prozent. Abgesehen davon, dass noch kein einziger weiblicher Peacekeeper wegen sexueller Übergriffe angeklagt wurde, sind nachwievor 97 Prozent der Peacekeeper männlich. Die erste weibliche Kommandantin einer UN-Mission wurde 2014 ernannt. Daran gilt es anzuknüpfen.

Der UN-Generalsekretär Ban-Ki Moon will ein Zeichen setzen und voran gehen. Unter seiner Ägide sind so viele weibliche Führungskräfte wie nie zuvor ernannt worden, etwa als Sondergesandte der UN. Die Frage ist, wann auch der Rest der Mitgliedstaaten mitzieht. „Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Gewalt. Wer einen nachhaltigen Frieden möchte, kann nicht die Hälfte seiner Bevölkerung ausschließen“.

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