Olympia in SotschiOlympische Spiele in Sotschi

Der Bolschoi Eispalast in Sotschi ist einer der Austragungsorte der Olympischen Winterspiele 2014

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) bleibt seiner unheilvollen Linie treu und verbietet weiterhin den ukrainischen AthletInnen, einen Trauerflor in Gedenken an die vielen Toten auf dem Maidan in Kiew zu tragen.

Begründet wird das Verbot vom IOC mit Verweis auf die Olympische Charta, in der es unter anderem heißt: "Jede Demonstration oder politische, religiöse oder rassische Propaganda ist an den olympischen Stätten, Austragungsorten oder in anderen olympischen Bereichen untersagt."

Das IOC klassifiziert demnach Trauer über gewaltsame Zustände mit vielen Toten in einem der teilnehmenden Länder als politische Propaganda. Diese Entscheidung führt zu Recht weltweit zu Kopfschütteln und Unverständnis und ist schlicht ein Skandal. Gerade angesichts der gleichzeitigen Verhaftungen in Sotschi von RegimegegnerInnen, UmweltschützerInnen und Mitgliedern von Pussy Riot durch die russischen Sicherheitskräfte. Denn diese Verhaftungen führen beim IOC zu keinerlei Protest und sind offenbar aus dessen Sicht, anders als die Trauerbekundungen, mit der Olympischen Charta vereinbar.

Dass der Sport unpolitisch sei, ist ein Mythos. Gerade Putin instrumentalisiert die Olympischen Spiele als Präsentationsfläche seiner Herrschaft. Und mit seiner Ablehnung von Kritik stellt sich das IOC auf die Seite derjenigen, die in der Kritik stehen und die die Olympischen Spiele instrumentalisieren.

Diese Haltung kostet das IOC immer stärker ihre Glaubwürdigkeit, und sie ist eine der Ursachen auch für die ablehnende Haltung gegenüber der Austragung Olympischer Spiele in Deutschland. Verantwortlich dafür ist auch Thomas Bach, Präsident des IOC, der mit seiner mangelnden Solidarität mit den SportlerInnen aus der Ukraine und seinem Schweigen zu den Menschenrechtsverletzungen in Russland jede Chance hat verstreichen lassen, Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

Der Sport hat gesellschaftspolitische Kraft. Es wird Zeit, dass der IOC und Thomas Bach das endlich kapieren.

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