Sotschi 2014Olympische Spiele in Sotschi

Am 7. Februar beginnen in Sotschi die Olympischen Winterspiele. Bis zum 23. Februar wetteifern die Athletinnen und Athleten um Gold, Silber und Bronze. Vertreter der grünen Bundestagsfraktion werden nicht nach Russland reisen. Im Deutschen Bundestag haben wir wiederholt die Missstände und Fehlentwicklungen im Sport auf internationaler Ebene kritisiert. Wir haben gleichzeitig Lösungsvorschläge unterbreitet, wie Sportpolitik wieder glaubwürdiger gemacht werden kann.

Putins Griff nach dem Sport

Das hat es in der internationalen Sportpolitik jedenfalls noch nicht gegeben: Putins Griff nach Olympia ist eingebettet in eine internationale sportpolitische Strategie. So soll sich mit der Akquise von Sportgroßveranstaltungen wie der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 oder der Leichtathletik-WM 2013 in Moskau Putins Russland auf der internationalen Ebene darstellen können. Zunehmend werden wichtige Posten in internationalen Sportverbänden mit Weggefährten von Putin besetzt. Und auch das Sportsponsoring durch russische Firmen wie Gazprom wurde im Fußball und im Wintersport erkennbar ausgeweitet. Nichts geht mehr ohne Putin. Das System von Abhängigkeiten und Intransparenz verharrt weiter im internationalen Sport. Es wird ergänzt mit neuem Personal und angereichert mit frischem Geld.

Forderungen an das IOC unter Thomas Bach

Olympische Spiele drehen sich in ihrem organisatorischen Teil weiter in einer Schweinwelt aus Kommerz, Intransparenz und fehlender Nachhaltigkeit. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) genießt zwar in der Schweiz auch weiterhin einen steuerbefreienden Vereinsstatus, obwohl sich die Olympischen Spiele längst zu einem kommerziellen Großereignis entwickelt haben. Jenseits von diesen Steuerfragen muss sich aber die Politik fragen lassen, weshalb die IOC-Funktionäre weiter derartig hofiert werden. Wir haben daher unsere Glückwünsche an den im September 2013 gewählten neuen IOC-Präsidenten Thomas Bach aus Deutschland vervollständigt mit einem klaren sportpolitischen Erwartungskatalog: mehr Transparenz, mehr demokratische Kultur und mehr Nachhaltigkeit.

Demokratische Entscheidungen gegen Olympiabewerbungen

Immer öfter wird in Bürgerentscheiden eine Bewerbung um Olympische Spiele abgelehnt. So im November 2013 in der Stadt München, der Gemeinde Garmisch-Partenkirchen und in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land bei der Frage einer Bewerbung um Olympische Winterspiele 2022. Das Votum war ein klares 4:0 gegen eine unkalkulierbare Bewerbung beim IOC. Ein Nein der Bürgerinnen und Bürger hat es zuvor in Bewerbungsfragen auch im schweizerischen Graubünden sowie in der österreichischen Hauptstadt Wien gegeben. Konstruktive Kritik am IOC und an internationalen Sportverbänden macht sich zunehmend in demokratischen Staaten breit. Das IOC zeigt sich jedoch leider weiterhin verschlossen, wenn es um notwendige Reformen geht.

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